Nach dem Grundsatz-Urteil des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts vom Dienstag können Kommunen künftig Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge aussprechen. Davor gefeit wären wohl nur Autos, die der seit September 2015 geltenden Euro-6-Abgasnorm entsprechen. Das sind aber nur etwa 18 Prozent aller 15 Millionen Diesel in Deutschland.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Die Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes geben Aufschluss darüber, welche Automarken besonders von Fahrverboten betroffen wären, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Die meisten betroffenen Fahrzeuge kommen von VW. So viele Fahrzeuge der verschiedenen Hersteller erfüllen nicht die Euro-6-Norm (Stand: Januar 2017):
• 3,372 Millionen Volkswagen
• 1,7611 Millionen Ford
• 1,411 Millionen Mercedes
• 1,242 Millionen Audi
• 1,164 Millionen BMW
• 730.149 Opel
• 511.560 Skoda
Mazda hat die meisten sauberen Diesel in seiner Flotte
Insgesamt sind knapp 12,3 Millionen Diesel-Fahrzeuge von einem Fahrverbot bedroht, etwa 2,675 Millionen erfüllen die Euro-6-Norm. Betrachtet man die Diesel-Flotten der einzelnen Hersteller, sind vor allem Toyota-Fahrzeuge betroffen. 95 Prozent aller Toyota-Diesel liegen unterhalb von Euro-6. Allerdings haben die Japaner in Deutschland relativ wenige Diesel verkauft – und diese sind meist älteren Baujahrs.
Am besten schneidet in dieser Statistik Mazda ab, 43 Prozent der Mazda-Diesel erfüllen Euro-6. Auch einige deutsche Hersteller schneiden hier relativ gut ab, die Plätze 2 bis 9 (nach Anteil der Euro-6-Diesel):
• BMW (24 Prozent)
• Audi (22 Prozent)
• Hyundai und Mercedes (je 21 Prozent)
• Volvo (20 Prozent)
• Skoda (19 Prozent)
• Seat (17 Prozent)
• VW (16 Prozent)
Hendricks will Hersteller in die Pflicht nehmen
Um mögliche Fahrverbote in Städten zu verhindern, will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Autohersteller in die Pflicht nehmen: „Wer seinen Diesel nachrüsten kann und will, der sollte einen Anspruch darauf haben, dass der Hersteller das übernimmt“, sagte die SPD-Politikerin der „Süddeutschen Zeitung“. Sie rechnet allerdings nur in wenigen Städten mit Fahrverboten: „Das wird ganz weitgehend zu vermeiden sein.“ (küp/rtr)




