„Gather round“, frei übersetzt etwa „Versammelt euch“, mehr hatte nicht auf der Einladung gestanden, mit der Apple vor knapp zwei Wochen ausgewählte Prominenz und Journalisten aus der ganzen Welt zur Apple Keynote 2018 in sein Hauptquartier geladen hatte.

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Doch es wusste ohnehin jeder, worum es gehen würde: das wichtigste Produkt des Konzerns, das für mehr als die Hälfte des Umsatzes steht und seit mehr als zehn Jahren für den Nimbus der Marke. Obwohl Apple wie üblich alle Informationen zum neuen iPhone streng geheim hielt, wurden im Vorfeld doch schon etliche Details zu den Smartphones bekannt.

So wird es echte Fans kaum überraschen, dass Unternehmenschef Tim Cook gleich drei neue Modelle vorstellte: das iPhone XS (mit 5,8-Zoll-OLED-Display, ab 1150 Euro), das größere iPhone XS Max (mit 6,5-Zoll-OLED-Display, ab 1250 Euro) und ein im Vergleich günstigeres Gerät, das iPhone XR (mit 6,1 Zoll-LCD-Display, ab 849 Euro).


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Umsatzrekorde trotz hohen Gerätepreisen

Damit liegt selbst das Einstiegs-Gerät auf einem Preisniveau, das andere Hersteller für ihre teuersten Smartphones reservieren, ein reguläres iPhone kostet künftig sogar über 1000 Euro. Diese Marke hatte das Unternehmen aus Cupertino im vergangenen Jahr nur mit seinem Jubiläums-Modell iPhone X überschritten.

Wer glaubt, man habe die Preisschraube damit zu weit gedreht, irrt: Seit Einführung des iPhone X vermeldete Apple nur Umsatzrekorde.

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In den zurückliegenden drei Quartalen erwirtschaftete der Konzern einen Netto-Gewinn von 45 Milliarden US-Dollar – das ist deutlich mehr, als etwa BMW, Mercedes Benz und VW im gesamten Jahr 2017 zusammengenommen an Gewinn verbuchen konnten. Da dürfte für Apple-CEO Tim Cook verschmerzbar sein, dass der chinesische Konkurrent Huawei vor wenigen Wochen erstmals mehr verkaufte Smartphones ausweisen konnte als Apple und das Unternehmen aus Cupertino damit vom zweiten Platz stieß. Platz eins hat noch immer inne, die Koreaner mussten zuletzt aber deutliche Verluste hinnehmen.

Das sind iPhone XS und Apple Watch 4

Philip W. Schiller, Senior Vice President, Worldwide Marketing of Apple, speaks about the the new Apple iPhone XS at an Apple Inc product launch event at the Steve Jobs Theater in Cupertino, California, U.S., September 12, 2018. REUTERS/Stephen Lam
Philip W. Schiller, Senior Vice President, Worldwide Marketing of Apple, speaks about the the new Apple iPhone XS at an Apple Inc product launch event at the Steve Jobs Theater in Cupertino, California, U.S., September 12, 2018. REUTERS/Stephen Lam© REUTERS | STEPHEN LAM
Apple hat bei seine Keynote 2018 gleich mehrere neue Produkte vorgestellt: Das iPhone XS und die Apple Watch der vierten Generation. Wir stellen die Geräte vor.
Apple hat bei seine Keynote 2018 gleich mehrere neue Produkte vorgestellt: Das iPhone XS und die Apple Watch der vierten Generation. Wir stellen die Geräte vor.© REUTERS | STEPHEN LAM
Das sind die neuen iPhones (von links): Das iPhone XS Max, das iPhone XS und das iPhone XR.
Das sind die neuen iPhones (von links): Das iPhone XS Max, das iPhone XS und das iPhone XR.© REUTERS | STEPHEN LAM
Das iPhone XS und das Max kommen mit einem 5,8-Zoll-OLED-Display beziehungsweise einem 6,5-Zoll-OLED-Display. Das iPhone XS startet bei 1149 Euro, das XS Max bei 1249 Euro.
Das iPhone XS und das Max kommen mit einem 5,8-Zoll-OLED-Display beziehungsweise einem 6,5-Zoll-OLED-Display. Das iPhone XS startet bei 1149 Euro, das XS Max bei 1249 Euro.© REUTERS | STEPHEN LAM
Deutlich günstiger wird das XR mit mindestens 849 Euro.
Deutlich günstiger wird das XR mit mindestens 849 Euro.© REUTERS | STEPHEN LAM
Das XR kommt in fünf Farbvarianten und wird ein 6,1 Zoll-LCD-Display haben und im Gegensatz zu den XS-Modellen nur eine Kamera auf der Rückseite.
Das XR kommt in fünf Farbvarianten und wird ein 6,1 Zoll-LCD-Display haben und im Gegensatz zu den XS-Modellen nur eine Kamera auf der Rückseite.© REUTERS | STEPHEN LAM
Apple-Chef Tim Cook hatte aber noch eine weitere Neuheit versprochen.
Apple-Chef Tim Cook hatte aber noch eine weitere Neuheit versprochen.© dpa | Marcio Jose Sanchez
So wurde die Apple Watch der vierten Generation vorgestellt.
So wurde die Apple Watch der vierten Generation vorgestellt.© dpa | Marcio Jose Sanchez
Ab 429 Euro ist die Uhr zu haben, die auch ein EKG aufzeichnen können soll. Die Uhr soll zudem weitere Gesundheitswere und Körperaktivitäten aufzeichnen. Sie soll beispielsweise im Falle eines Sturzes automatisch einen Notruf einleiten können.
Ab 429 Euro ist die Uhr zu haben, die auch ein EKG aufzeichnen können soll. Die Uhr soll zudem weitere Gesundheitswere und Körperaktivitäten aufzeichnen. Sie soll beispielsweise im Falle eines Sturzes automatisch einen Notruf einleiten können.© dpa | Marcio Jose Sanchez
Die neuen iPhones sind ab 14. September (XS) bzw. 19. Oktober (XR) vorbestellbar. Die Apple Watch kann ebenfalls ab dem 14. September vorbestellt werden.
Die neuen iPhones sind ab 14. September (XS) bzw. 19. Oktober (XR) vorbestellbar. Die Apple Watch kann ebenfalls ab dem 14. September vorbestellt werden.© dpa | Marcio Jose Sanchez

XS optisch kaum vom iPhone X unterscheidbar

Wer sich ab dem 21. September für eines der beiden XS-Modelle entscheidet, wird – abgesehen von der neuen Farbvariante Gold – optisch keine nennenswerten Unterschiede zum Vorgängermodell iPhone X erkennen. Im direkten Vergleich müsste das Display der neuen Geräte laut Apple aber sichtbar besser aussehen. Die Auflösung des XS (2436 x 1125 Pixel) entspricht dabei der des iPhone X. Das größere Modell XS Max nutzt das größere 6,5-Zoll-Display auch für die Anzeige von mehr Bildpunkten (2688 x 1242 Pixel).

Das iPhone XR kommt in mehreren Farbvarianten.
Das iPhone XR kommt in mehreren Farbvarianten.© REUTERS | STEPHEN LAM


Das Einstiegsmodell iPhone XR (es ist erst ab dem 26. Oktober erhältlich) ist auf den ersten Blick zumindest durch die größere verfügbare Farbpalette von den teureren iPhones zu unterscheiden. Zudem ist auf der Rückseite nur eine 12-Megapixel-Kamera verbaut und der Gehäuserahmen aus Aluminium statt aus Edelstahl gefertigt. Das Display ist wie gesagt ein LCD-Schirm mit der Auflösung 1792 x 828 Pixel, also weniger Bildpunkten als beim iPhone 8 Plus, mehr aber als beim iPhone 8. Auf 3D-Touch muss man im günstigeren iPhone XR ebenfalls verzichten.

Mehr Prozessor-Power für Machine Learning

Im Innern steckt bei allen drei Modellen Apples neuer Prozessor A12 Bionic. Schon der Vorgänger A11 war erheblich leistungsfähiger als die Konkurrenzmodelle in Android-Telefonen, der neue A12-Chip soll noch um etwa 15 Prozent zugelegt haben. Im Bereich „Maschinelles Lernen“ sei die Leistung sogar vervielfacht worden. Um satte 50 Prozent schneller soll zudem der ohnehin rasend schnelle Grafik-Chip geworden sein, das wird vor allem Spieler freuen.

Die Kameraausstattung der Geräte wurde dezent überholt: Die zwei 12-Megapixel-Sensoren der Doppelkamera des iPhone XS (im iPhone XR steckt nur eine Kamera) wurden leicht verbessert. Mit Hilfe des neuen Prozessors soll allerdings softwareseitig eine erhebliche Verbesserung der Bildqualität zu erwarten sein. Apple nennt dies „Smart HDR“. Auch Videoaufnahmen gelängen noch deutlich besser. Die Funktion klingt sehr vielversprechend, muss aber ausprobiert werden. Spannend ist etwa die Funktion, den Tiefenunschärfe-Effekt beim Portrait-Modus auch nachträglich verändern zu können. Übrigens können auch mit dem iPhone XR Fotos mit der Portrait-Funktion geschossen werden. Bislang war das auf iPhone-Modelle mit Doppelkamera beschränkt.

Ade Fingerabdrucksensor, hallo eSIM

Alle drei Modelle nutzten als biometrisches Sicherheitsfeature eine verbesserte Variante von der Infrarot-Gesichtserkennung Face-ID. Der Fingerabdrucksensor fällt damit vollends weg. Neu ist dagegen die Möglichkeit im iPhone XS zwei SIM-Karten zu verwenden. Neben der physischen Nano-SIM kann noch eine zweite eSIM etwa für eine weitere Geschäftliche Nummer genutzt werden.

Die XS-iPhones werden mit 64 GB internem Speicher ausgeliefert. Wer mehr Speicher braucht kann wahlweise auch Modelle mit 256 GB Speicher (Aufpreis: 170 Euro) oder 512 GB Speicher (Aufpreis: 400 Euro) wählen. Damit kostet das teuerste erhältlich iPhone 1650 Euro.

Großes Update für Apple Watch

Darüber hinaus erhält Apples Armbanduhr ihr bisher größtes Modell-Update: Bei der Apple Watch Series 4 (ab 429 Euro) wächst das OLED-Display um über 30 Prozent, das Uhr-Gehäuse selbst verbreitert sich dabei aber nur um zwei Millimeter. Neben zahlreichen anderen Funktionen, etwa haptischem Feedback beim Scrollen mit dem Uhrrädchen, der Digital Crown, oder einem doppelt so schnellen Prozessor, bietet die neuste Apple Watch noch ein echtes Highlight: Series 4 kann als erste Smartwatch überhaupt EKGs aufzeichnen und gegebenenfalls automatisch auf Herzprobleme hinweisen. Das ganze lässt sich auf Wunsch auf für den Arzt ausgeben.