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Die Müllbeseitigung und die Teilnahme an Recyclingprogrammen kosten Discounter Millionen von Euro pro Jahr. Die Schwarz-Gruppe, zu der auch gehört, wollen nun Kosten einsparen und haben deshalb ein eigenes duales System gegründet.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Die Firmengründung bestätigte eine Firmensprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Bisher gibt es neun duale Systeme, die die Abholung, Sortierung und die Verwertung von Müll organisieren, die im Handel und in der Produktion anfallen. Die Markenrechte am Recycling-System Grüner Punkt hält die Firma DSD und ist damit eine der bekanntesten Firmen des dualen Systems.

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Bisher zahlte nach Branchenschätzungen zwischen 70 und 80 Millionen Euro jährlich für die Abfallbewältigung. Durch ein eigenes Unternehmen könnte die Schwarz-Gruppe zum einen sparen, zum anderen aber einen seiner Unternehmenszweige ausbauen. In diesem Sommer hatte die Unternehmensgruppe den fünftgrößten privaten deutschen Entsorger übernommen, die Firma Tönsmeier aus Porta Westfalica (NRW).

Entsorgungsfirma startet wohl erst 2020 den Betrieb

Mit der Gründung des dualen Systems unter dem Namen „PreZero Dual GmbH“ deckt die Schwarz-Gruppe künftig die komplette Abfallkette ab, von der Organisation der Abholung in einem dualen System bis hin zur Sortierung und Verwertung. „Das ist ein ganz neuer, großer Marktteilnehmer, der die ganze Branche gehörig unter Druck setzen wird“, heißt es aus Branchenkreisen.

PreZero Dual dürfte erst 2020 seine Arbeit voll aufnehmen. Bis Ende 2019 läuft Branchenkreisen zufolge noch der Lidl-Vertrag mit dem Kölner Unternehmen Interseroh, das bisher die Entsorgung für Lidl übernimmt. Danach wird die Tochterfirma des Berliner Alba-Konzerns wohl ihren besten Kunden verlieren. Eine Alba-Sprecherin wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Schätzungen zufolge stammt etwa ein Zehntel des Verpackungsmülls im deutschen Handel von Lidl. Der neue schwäbische Systembetreiber dürfte auch die Müllorganisation für die Supermarktkette Kaufland übernehmen, eine weitere Schwarz-Tochter. Vom Konkurrenten Aldi ist bisher kein ähnliches Vorhaben bekannt.

Hintergrund der Entscheidung ist eine Regeländerung, die ab 2019 gilt und aktuelle Probleme am Müllmarkt beseitigen soll: Eine objektive Instanz – eine „Zentrale Stelle“ - soll umfassenden Einblick in Daten zur Müllmenge von Händlern, Industrie und dualen Systemen bekommen. Hierdurch wiederum soll verhindert werden, dass schwarze Schafe unter den Systembetreibern schummeln und Kosten auf Konkurrenten abwälzen können. (dpa)