In den Meeren schwimmt immer mehr Plastikmüll. Auf Deponien in Schwellenländern stapeln sich Abfälle, die nicht selten aus Industrieländern stammen. Gerade in ärmeren Staaten werden die Wohlstandsreste oft noch unter freiem Himmel verbrannt – die entstehenden Gifte belasten Menschen und Umwelt. Und die Mengen nehmen weltweit weiter zu.
Auch interessant
sofern nicht einschneidende Schritte dagegen unternommen werden, prognostiziert die Weltbank in ihrem aktuellen Bericht „What a Waste 2.0“. Die Hauptursachen für diese enorme Steigerung liegen in der wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Urbanisierung. Aktuell fallen pro Jahr 2,01 Milliarden Tonnen Müll an.
Mit steigendem Wohlstand steigt auch der Müll
Müll verursachen alle Menschen auf dieser Welt. Allerdings besteht ein großes Missverhältnis zwischen armen und wohlhabenderen Ländern. So produzieren die Bürger in hoch entwickelten Staaten mehr als ein Drittel der Abfälle, obwohl sie nur rund 16 Prozent der Weltbevölkerung stellen, heißt es in dem Bericht.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
Abonnieren Sie kostenlos den Wirtschafts-Newsletter der Berliner Morgenpost
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Angesichts des steigenden Wohlstandes erwartet die Weltbank in den kommenden Jahrzehnten vor allem in den heutigen Entwicklungsregionen größere Zuwächse. So könnte sich die Müllproduktion in Afrika verdreifachen und in Südasien verdoppeln.
Auch Deutschland zählt zu großen Müllproduzenten
Um das Problem besser in den Griff zu bekommen, sollte aus Sicht der Weltbank mehr Geld in Recyclinganlagen und ins Müllmanagement investiert werden. Die Organisation selbst hat seit der Jahrtausendwende 4,7 Milliarden Dollar (4,0 Milliarden Euro) in gut 300 Projekte gesteckt. Denn es gibt Nachholbedarf.
Auch interessant
So werden in Entwicklungsländern bisher nur vier Prozent des Mülls recycelt, in Hochlohnländern sind es 30 Prozent. Auch Deutschland zählt zu den großen Müllproduzenten. So fielen 2016 hierzulande 18,16 Millionen Tonnen an – soviel wie in keinem anderen Land in Europa. Pro Kopf produzierte jeder 220,5 Kilogramm Der europaweite Durchschnitt liegt bei 167,3 Kilogramm pro Kopf.
Soviel Plastik verbraucht eine Familie
Mehrwegverpackungen als Alternative
„Deutschland ist in Europa trauriger Spitzenreiter beim Verpackungsmüll“, sagt Gerhard Kotschik, Fachexperte im Umweltbundesamt (UBA) unserer Redaktion. „Ein klarer Weg, dem entgegenzuwirken, sind Verbraucher könnten darauf achten, unnötig große und aufwändige Verpackungen zu vermeiden, empfiehlt der UBA-Experte.
Viele Verpackungen seien auch sinnvoll, da sie – wie zum Beispiel bei Lebensmitteln – den Inhalt schützten. Verbraucher sollten aber erwägen, Produkte wie Elektrogeräte, Kleidung oder Möbel länger zu nutzen, um den Müllberg zu verkleinern. Auch reparieren statt neu kaufen sei eine Müllvermeidungsstrategie.
Konzerne verpflichten sich zum Anti-Plastik-Kampf
Auch interessant
Große Sorge bereitet der Weltbank der Wenn dieser nicht richtig gesammelt und bearbeitet werde, „wird es Gewässer und Ökosysteme auf Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende kontaminieren und beeinträchtigen“, warnt die Institution. Schon jetzt sorge die Müllbehandlung für fünf Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes und ist somit auch für den mitverantwortlich.
So landet Plastikmüll in der Umwelt
Dem Kampf gegen die Vermüllung der Meere haben sich nun auch mehrere Konzerne – darunter Coca-Cola, Unilever, Dow Chemicals, Ikea und Walmart – verschrieben. Sie schlossen sich anlässlich des aktuellen Treffens der G7-Umweltminister in Kanada einer Charta an, die besagt, dass bis zum Jahr 2030 sämtliche Verpackungen recycelbar sein sollen und Plastik bis 2040 komplett wiederverwertbar ist. Das Abkommen haben im Juni bereits die wichtigen Industrienationen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada unterzeichnet – nur die USA und Japan verweigerten ihre Unterschrift.































