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Kein Foto, kein Läuten der Börsenglocke, keine Interviews. Mit dem haben die Wall-Street-Banker den wohl außergewöhnlichsten Start an der New York Stock Exchange (NYSE) seit Langem erlebt. Sonst ist es üblich, dass sich Unternehmen und deren Vorstände morgens auf dem Börsenparkett präsentieren.
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Der Chef des Musik-Streamingdienstes Spotify, Daniel Ek, hat verzichtet. Er versuchte im Vorfeld sogar, die Erwartungen zu dämpfen: „Ich habe keine Zweifel daran, dass es Aufs und Abs geben wird“, ließ der Schwede im Unternehmensblog des wenige Stunden vor dem Börsengang wissen.
Ungewöhnliche Bilanz für den ersten Tag
Am Ende des Tages hat sich der ungewöhnliche Börsengang für Spotify ausgezahlt. Das Unternehmen übertraf am Dienstag die wertvollste jemals erreichte Direktplatzierung. Die Aktien stiegen um bis zu 28 Prozent auf 169 Dollar. Zum Handelsschluss lagen die Papiere mit 149,01 Dollar noch knapp 13 Prozent im Plus.
Festsetzung des ersten Kurses zog sich mehrere Stunden hin
Die anschließenden Verzögerungen nach Börsenstart geben ihm recht. Während sonst innerhalb einer halben Stunde der erste Kurs eines Börsenneulings feststeht, zog sich dieser Prozess bei Spotify über mehrere Stunden hin. Schließlich erschien ein Eröffnungskurs von 165,90 Dollar auf den Kurstafeln. Die NYSE hatte den Referenzpreis für bei 132 Dollar je Aktie festgesetzt, womit das Unternehmen insgesamt mit 23 Milliarden Dollar bewertet wurde. Doch die Nachfrage der Anleger war groß – die Papiere eröffneten 26 Prozent über dem von der NYSE gesetzten Referenzkurs von 132 Dollar.
Damit wurde das Unternehmen an der Börse zum Auftakt insgesamt mit 29,6 Milliarden Dollar (24,1 Mrd Euro) bewertet. Auch wenn der Kurs teils wieder etwas schwächer bei rund 160 Dollar notierte, werden die Aktien noch deutlich höher gehandelt bei privaten Transaktionen vor dem Börsengang. Analysten hatten Spotify trotz chronischer Verluste eine Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar zugetraut.
Der verspätete Kurs weist darauf hin, dass die Preisvorstellungen der Anleger für die Aktien weit auseinanderlagen – was das Errechnen eines ersten Kurses erschwerte. Spotify hat für seinen Börsengang einen ungewöhnlichen Weg gewählt: die Direktplatzierung. Dabei platzieren Unternehmen ihre Aktien direkt an der Börse, ohne im Vorfeld den Umweg über Banken zu gehen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass dies an der NYSE passiert. Durch den Verzicht auf Investmentbanken haben die Schweden nach Schätzungen von Analysten rund 70 Millionen Euro gespart.
Unkonventioneller Schritt passt zum Spotify-Image
„Es geht hier auch um eine bestimmte Art der Demokratisierung des Investmentverhaltens“, sagt Zacharias Sautner von der Frankfurt School of Finance and Management. „Denn wenn Investmentbanken einen Börsengang begleiten, kommen oft bestimmte, meist größere Investoren zum Zug oder haben einen Vorteil.“

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Der unkonventionelle Schritt passt zu dem Image, das Spotify anstrebt. Die Kunden sind überwiegend jüngeren Alters. Sie konsumieren Musik nicht mehr im heimischen Wohnzimmer über CD-Player, sondern über Handys und Tablets – direkt aus dem Netz. 160 Millionen Kunden hat Spotify bereits. Rund 70 Millionen davon sind Premium-Kunden, sie haben also ein Abo abgeschlossen und können den Dienst so ohne Werbeeinblendungen und mit Zusatzfunktionen nutzen. Im vergangenen Jahr hat das 2006 gegründete Unternehmen seine Umsätze um 40 Prozent steigern können.
Auch Netflix schrieb zunächst Verluste
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Profitabel ist Spotify trotzdem nicht. 2017 hat der Konzern Verluste in Höhe von 1,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Verluste dabei sogar mehr als verdoppelt. Das ist für Technologiekonzerne, die an die Börse streben, aber nichts Ungewöhnliches – auch der Video-Streamingdienst hatte beim Börsengang noch Verluste geschrieben. Mittlerweile erzielt er steigende Gewinne.
Allerdings gibt es zwischen Spotify und Netflix einen grundlegenden Unterschied: Netflix hat es geschafft, erfolgreich eigene Serien zu produzieren, die das Unternehmen verkaufen kann. Eigene Musik produziert Spotify jedoch nicht. Es muss den überwiegenden Teil der Einnahmen an die Musiklabels und Künstler überweisen – etwa 70 bis 80 Prozent jedes umgesetzten Euro. Schließlich sieht sich Spotify potenten Konkurrenten gegenüber: Vor allem Apple hat ebenso einen erfolgreichen Streamingdienst etabliert.







