Ab dem Herbst erhebt die irische Fluggesellschaft Ryanair Gebühren auf jedes Gepäckstück – auch fürs Handgepäck. Bis zu 10 Kilogramm und im Rahmen gewisser Maße war Gepäck bislang gebührenfrei. Nun teilte die Airline mit, künftig werde auch auf Handgepäck eine Gebühr von acht Euro direkt bei der Buchung oder nach der Buchung in Höhe von zehn Euro erhoben.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Die Regelung gelte für alle Buchungen, die vom 1. September an vorgenommen werden. Für bereits gebuchte Flüge sollen die neuen Richtlinien zum 1. November greifen.
Davon ausgenommen seien nur kleine Hand- oder Laptoptaschen, die Maße für Freigepäck seien 40x20x25 cm. Ryanair ist damit die erste europäische Airline, die automatisch Gebühren auf Handgepäck erhebt.
Ryanair ändert bisherige Praxis
Bislang war es auch erlaubt, zwei Handgepäcksstücke mit ins Flugzeug zu nehmen. Nun muss die zweite Tasche automatisch am Flughafen aufgegeben werden.

Lediglich für Priority-Kunden, die rund 30 Prozent der Kundschaft von Ryanair ausmachen, soll es weiterhin Extras geben: Sie dürfen laut Ryanair weiterhin zwei Handgepäckstücke ins Flugzeug nehmen und bezahlen dafür abgesehen von dem erhöhten Flugpreis für die Sonderbehandlung keine weiteren Gebühren.
Sind bereits gebuchte Flüge betroffen?
Zum Teil. Sie greift erst für Flüge, die ab dem 1. September gebucht werden. Liegt der Abreisezeitpunkt aber nach dem 2. November, muss die Gebühr für das Handgepäck bezahlt werden. Wer das nicht will, kann sich den vollständigen Flugpreis erstatten lassen.
Der Sprecher von Ryanair, Kenny Jacobs, begründete die Gebühr damit, dass es zu viele Verspätungen wegen des vielen Gepäcks gebe, das Kunden mit in die Maschine nehmen wollten.
Was sagen Verbraucherschützer zur neuen Gebühr?
Verbraucherschützer halten die Änderungen der Gepäckbestimmungen für bereits gebuchte Ryanair-Flüge für rechtswidrig. „Die Gepäckbestimmungen für bereits gebuchte Flüge zu verändern, ist aus meiner Sicht nicht rechtens“, sagt Sabine Fischer-Volk, Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg unserer Redaktion.
Nach geltendem EU-Recht müssten Fluggesellschaften Zusatzkosten für das Gepäck auf klare, transparente und eindeutige Art und Weise am Beginn jedes Buchungsvorgangs mitteilen. Bei den zu alten Bedingungen gebuchten Flügen handele es sich deshalb „um eine Vertragsänderung und Preiserhöhung“. Darauf hätte Ryanair schon bei der Flugbuchung hinweisen müssen, sagte die Juristin.
Die gebuchten Flüge erfolgten inklusive Handgepäck, so Fischer-Volk: „Ryanairs Vertragsänderung kann daher nach meiner Auffassung für diese Buchungen keine Wirkung entfalten.“
Doch das Problem betrifft nicht nur das Unternehmen selbst: (bekö/aba)




