Wegen seiner Klimapolitik steht der Internetkonzern Amazon immer wieder in der Kritik. Jetzt kündigt Jeff Bezos, Chef des Unternehmens, eine Spende von zehn Milliarden US-Dollar für die Bekämpfung des Klimawandels an.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
Abonnieren Sie kostenlos den Wirtschafts-Newsletter der Berliner Morgenpost
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Das schrieb Bezos, der laut Rangliste des „Forbes“-Magazins der reichste Mann der Welt ist, am Montag auf seinem Instagram-Konto. „Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten“, mahnte Bezos dort.
Bezos Spende in der Kritik: Amazon muss selbst umweltfreundlicher werden
Er gründe daher den „Bezos Earth Fund“, mit dem Wissenschaftler, Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen beim Kampf gegen den Klimawandel finanziell unterstützt werden sollten. Erste Fördergelder sollten ab dem Sommer fließen. Bezos’ Vermögen wird bei „Forbes“ auf fast 130 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Viele seiner Mitarbeiter sehen das Projekt kritisch. Zwar sei Bezos’ Großzügigkeit lobenswert, doch müsse das Unternehmen zunächst selbst umweltfreundlicher werden, schrieb die Gruppe Amazon-Mitarbeiter für Klimagerechtigkeit in einer am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Stellungnahme. „Wann wird Amazon aufhören, Öl- und Gasunternehmen bei der Zerstörung der Erde mit noch mehr Öl- und Gasbohrlöchern zu helfen?“, fragten die Mitarbeiter weiter.
Amazon-Mitarbeiter müssen um ihre Jobs fürchten
Amazon müsse aufhören, den Klimawandel leugnende Thinktanks zu finanzieren, und es müsse seine Lkws von Diesel auf Elektromotoren umstellen. Zudem fordern sie von dem Unternehmensgründer eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz. „Wie die Geschichte uns lehrt, erheben sich wahre Visionäre gegen etablierte Systeme, auch wenn es sie selbst teuer zu stehen kommt“, so die Mitarbeiter.
Ende Januar hatten bereits Hunderte Amazon-Mitarbeiter die Klimapolitik des Unternehmens in einem Blogeintrag kritisiert. Die Mitarbeiter unterschrieben den Eintrag mit Namen und Jobtitel, obwohl das Unternehmen ihnen mit Entlassung gedroht hatte.
Jeff Bezos selbst war in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden, dass er gemessen an seinem Reichtum vergleichsweise wenig Geld spende. In den vergangenen Jahren hatte er seine Spenden jedoch ausgebaut. Erst vor wenigen Tagen hatte Bezos Schlagzeilen gemacht mit dem Kauf eines Luxusanwesens in Beverly Hills für 165 Millionen US-Dollar.
Amazon – mehr Informationen:
In den vergangenen Monaten hatten Online-Händler wie Amazon mit ihren Retouren-Regelungen für Schlagzeilen gesorgt. Oft wird ein Großteil der zurückgesendeten Ware vernichtet. Jetzt will die Regierung Rücksendungen limitieren.
Mitte Januar 2020 war außerdem bekannt geworden, dass Amazon-Mitarbeitern gekündigt wurde, die Kundendaten an Dritte weitergegeben hatten. (msb/dpa)




