Am Mittwoch hat sich ein DHL-Mitarbeiter im Twitter-Kundendienst im Dialog mit einem Kunden derartig im Ton vergriffen, dass die Post-Tochter personelle Konsequenzen ankündigte. Der Streit zog so große Kreise, dass sich sogar Jan Böhmermann einschaltete und einen Beitrag in seiner Sendung „Neo Magazin Royal“ ankündigte.

Donnerstag

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Der Tweet des DHL-Mitarbeiters, der für Aufsehen gesorgt hatte und mittlerweile hundertfach beim Kurznachrichtendienst geteilt worden ist, wurde am Mittwoch kurz vor 16 Uhr abgeschickt. Und direkt der erste Satz macht deutlich, dass sein Verfasser offenbar die Fassung verloren hatte: „Die einzige Scheiße hier, ist Ihr Rumgeheule!“

DHL-Mitarbeiter rügt Kunden für sein Vokabular

Der Tweet, der von einem Mitarbeiter mit dem Kürzel „SI“ abgeschickt wurde, war eine Reaktion auf eine Beschwerde des Twitter-Nutzers „ShortByteYT“, die ebenfalls nicht ganz höflich formuliert gewesen ist. „ShortByteYT“ hat den Beschwerde-Tweet zwar mittlerweile gelöscht, auf Screenshots ist er allerdings immer noch zu lesen.

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„Was soll so eine Scheiße?“, heißt es darin einleitend, es folgt Kritik für eine offenbar verspätet eingetroffene Sendung. Nach der Kritik an diesem „Rumgeheule“ legte der DHL-Mitarbeiter in einem zweiten Tweet nach: „Man beginnt seine respektvolle Anfrage auch nicht mit „Was soll so eine Scheiße?“!“, kritisiert der Servicemitarbeiter.

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DHL entschuldigt sich in mehreren Tweets

Die DHL reagierte am Donnerstag in mehreren Tweets auf den aus dem Ruder gelaufenen „Service“ ihres Mitarbeiters. „Da ist richtig was schief gelaufen und darf so einfach nicht passieren! Ihre Reaktionen sind absolut nachvollziehbar. Wir entschuldigen uns aufrichtig! Wir haben bereits Konsequenzen gezogen.“

Gegenüber „Bild“ teilte ein DHL-Sprecher mit, dass das Unternehmen „umgehende arbeitsrechtliche Konsequenzen“ prüfe und dass der betroffene Mitarbeiter „ab sofort nicht mehr in einem Bereich mit direktem Kundenkontakt“ arbeiten werde.

Auch viele andere Twitter-Nutzer verurteilen die Reaktion des Social-Media-Managers. Allerdings gibt es auch viele User, die seine Tweets verteidigen. „So wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es hinaus! Respekt DHL!!!!“, heißt es etwa in einem Tweet.

Jan Böhmermann thematisiert Arbeitsbedingungen bei Post

Im „Neo Magazin Royale“ zeigte Jan Böhmermann am Donnerstagabend, wie hart es im Zulieferergeschäft zugeht. 250 Pakete pro Tag müssten Paketboten durchschnittlich ausliefern. Um das zu schaffen, habe DHL ein System mit der Tochtergesellschaft „DHL Delivery“ geschaffen, bei der Mitarbeiter die gleiche Arbeit für viel weniger Geld bekommen.

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Böhmermann bezeichnet diese Mitarbeiter als „Mitarbeiter zweiter Klasse“. Hinzu kommen noch Subunternehmer, die wiederum ihre Arbeit ebenfalls weitergeben: an sogenannte Subsubunternehmer.

Für die Post ergeben sich so Vorteile:

  • Sie muss Mitarbeiter nicht festanstellen und kann sich die Sozialversicherungskosten sparen.
  • Zudem braucht sie keine Fahrzeuge anzuschaffen und kann so erhebliche Kosten sparen.
  • Für die Mitarbeiter, häufig Leiharbeiter, ist das nicht gut. Sie bekommen höchstens 6,50 Euro die Stunde netto.

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DHL kein Einzelfall

DHL-Mitarbeiter abeiten häufig zu schlechten Bedingungen.
DHL-Mitarbeiter abeiten häufig zu schlechten Bedingungen. © ZB | Patrick Pleul

Doch Böhmermann greift nicht nur DHL an. Auch mit anderen Diensten wie „Deliveroo“ und „Foodora“ geht er hart ins Gericht. Der Moderator hat ein Lied geschrieben, um die Arbeitsbedingungen zu veranschaulichen:

„Bringe im Schneesturm auf Kommando Bikinis von Zalando. Auch wenn man mir’s nicht ansieht, ich wohne im Ford Transit. Wenn Sushi an der Türe läutet, werden Menschen ausgebeutet. Ich bin kein Mensch, ich bin kein Tier – nein, ich bin Paketkurier.“

Twitter-Nutzer entschuldigt sich

Der Verfasser der Beschwerde entschuldigte sich in der Nacht noch über Twitter – zumindest ein bisschen. „Das große Problem ist, das hier keiner checkt, dass ich auch nur ein Mensch bin, welches alle bei dem „Mitarbeiter“ groß angeprangert wurde“, schriebt er.

Und weiter „Aber alle nur so: ‘Lasse meine eigene Wut lieber an irgendwem fremden aus, den man nicht mal kennt, um die eigene Wut raus zu lassen’.“

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Zuletzt hatte es Aufregung um ein gegeben. Die Post konnte es nicht zustellen, weil sein Name nicht am Klingelschild steht. (ba/bekö)