Nach zuletzt schwierigen Monaten kann die Bau- und Wohnungswirtschaft jetzt wieder auf bessere Zeiten hoffen. Denn Bauvorhaben werden jetzt wieder von staatlicher Seite unterstützt: Seit diesem Dienstag können wieder Anträge für die KfW-Förderung für klimafreundlichenNeubau (KFN) gestellt werden, ebenso sind die Förderprogramme „Genossenschaftliches Wohnen“ und „Altersgerecht Umbauen“ wieder aktiv.
Bundesbauministerin Klara Geywitz zeigte sich am Montag in Berlin euphorisch über die neu aufgelegte KfW-Förderung: „Jeder Förder-Euro löst Aufträge in den Büchern der Handwerker aus und kurbelt die Binnennachfrage an. Das sind genau die Impulse, die wir jetzt brauchen.“
KfW-Förderung für Neubau war 2023 schon sehr beliebt
Die Förderung für klimafreundlichen Neubau von der KfW war im vergangenen Jahr erstmals gestartet, wurde Mitte Dezember dann aber eingestellt, weil alle Mittel ausgeschöpft waren. Damals standen 1,68 Milliarden Euro Fördergelder zur Verfügung, die laut Geywitz beim Neubau von 47.000 klimafreundlichen Wohnungen eingesetzt wurden und zu einem Investitionsvolumen von insgesamt 17,4 Milliarden Euro führten.

In diesem Jahr wird das Programm laut Geywitz mit einer Milliarde Euro bestückt – es lohnt sich also, bei der Beantragung der Förderung schnell zu sein. Denn ob das Geld reicht, um das von Geywitz anvisierte Ziel einer ganzjährigen Förderung zu gewährleisten, ist mindestens fraglich.
Anträge können direkt auf der Webseite der KfW gestellt werden
Die Fördervolumen der anderen Programme wurden dagegen erhöht: Für „Altersgerecht Umbauen“ stehen 150 Millionen Euro bereit und damit doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Für „Genossenschaftliches Wohnen“ umfasst der Fördertopf 15 Millionen Euro, 2023 waren es noch neun Millionen Euro gewesen.
- Anträge für alle Förderprogramme können direkt bei der staatlichen Förderbank KfW im Internet gestellt werden.
- Im Programm „klimafreundlicher Neubau“ sind zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro für Wohngebäude nach dem EH40-Standard möglich und bis zu 150.000 Euro für Gebäude, die das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen vorweisen (QNG).
- Der Zinssatz für den Endkunden werde laut Geywitz bei 2,1 Prozent liegen, was klar unterhalb des aktuellen Marktniveaus für Baufinanzierungen liege.
Bauwirtschaft ermahnt die Bundesregierung
Im Programm „Altersgerecht Umbauen“ werden einzelne Investitionen mit zehn Prozent der Kosten bezuschusst, maximal aber 2500 Euro. Für den gesamten Umbau eines Hauses sind bis zu 6250 Euro möglich. Bezuschusst werden Maßnahmen, die die eigene Wohnung barrierefrei machen – wie zum Beispiel abgesenkte Türschwellen oder eine ebenerdige Dusche anstelle einer Badewanne.
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Über das Programm „Genossenschaftliches Wohnen“ können bis zu 100.000 Euro vergünstigte Kredite beantragt werden, um eine eigene Wohnungsgenossenschaft zu gründen. Geywitz bezeichnet das Programm als „Hidden Champion“. In Deutschland gibt es derzeit rund 2000 Wohnungsgenossenschaften, die ungefähr 2,2 Millionen Wohnungen bewirtschaften.
Die Bauwirtschaft zeigte sich am Montag erfreut, dass die Förderprogramme nun neu aufgelegt werden. Laut dem Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, bleibe die Bundesregierung allerdings „nach wie vor eine konsistente und auf Verlässlichkeit ausgerichtete Wohnungsbaupolitik schuldig“. Spätestens im Sommer müsse der Bundestag deshalb über eine Aufstockung der nun beschlossenen Mittel diskutieren.


