Jetzt also doch. Der Panzergetriebehersteller Renk aus Augsburg geht an die Börse. Schon im Herbst hatte es das Unternehmen versucht, in der Nacht vor dem Start aber überraschend abgesagt. Jetzt kommt ebenso überraschend der zweite Versuch: Ankündigung am Montag, Erstnotiz in Frankfurt an diesem Mittwoch. Es ist der erste deutsche Börsengang in diesem Jahr und ein spektakulärer.

Ohne Renk kommt kaum ein Panzer in Europa voran. Puma, Panzerhaubitze, Lynx, Leopard 2, Leclerc, Ajax: Die Spezialgetriebe für die Fahrzeuge liefern die Augsburger. Das Unternehmen fertigt auch Fregatten-Getriebe in Doppelgaragen-Größe, für Eisbrecher. Zudem arbeitet Renk für die Energieindustrie. 2022 setzte das Unternehmen 849 Millionen Euro um, im vergangenen Jahr dürfte es fast eine Milliarde Euro gewesen sein. Und es verdient Geld. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine ist vor allem in Europa Verteidigung plötzlich wieder wichtig, werden Milliarden investiert.

Das sollte schon im Herbst 2023 für eine gute Börsengeschichte reichen, doch der britische Finanzinvestor Triton, dem Renk gehört, blies alles kurzfristig ab. Schlechtes Börsenumfeld, hieß es – was auch umschreibt, dass Investoren nicht bereit waren, die Summe für Renk-Aktien zu bezahlen, die Triton haben wollte. 15 Euro, hieß es damals, seien zu wenig. Genau für diesen Preis wird Renk jetzt im Zuge einer sogenannten Privatplatzierung an die Börse gehen.

Der Kampfpanzer Leopard II auf dem Heeresflugplatz Bückeburg in Niedersachsen. Getriebehersteller Renk geht an die Börse.
Der Kampfpanzer Leopard II auf dem Heeresflugplatz Bückeburg in Niedersachsen. Getriebehersteller Renk geht an die Börse.© picture alliance / imageBROKER | Arnulf Hettrich

Leopard-II-Hersteller KNDS steigt bei Renk ein

Triton hat zwei Ankerinvestoren gefunden: Der US-Vermögensverwalter Wellington Management übernimmt rund 3,3 Prozent und der Renk-Großkunde KNDS aus Amsterdam kauft bis zu 6,7 Prozent. Bis zu 20 Prozent sollen an institutionelle Investoren gehen – Banken, Finanzinvestoren, Vermögensverwalter von Firmen und andere. Angesichts der Ankerinvestoren sollen sie leichter überzeugt werden, Aktien zu zeichnen.

KNDS ist eine Dachgesellschaft, zu der die Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann (München) und Nexter (Roanne bei Lyon) gehören. Krauss-Maffei Wegmann baut den Leopard II, Nexter den französischen Kampfpanzer Leclerc. Mit Triton vereinbart ist, dass KNDS seinen Anteil an Renk später auf bis zu 25 Prozent und eine Aktie aufstocken kann – das bedeutet eine Sperrminorität. Auch ein Posten im Aufsichtsrat steht KNDS demnach zu. Der Konzern bekommt bedeutende Kontrolle darüber, was bei Renk geschieht, und erhält Zugriff auf den wichtigen Zulieferer. Und so ist der Börsengang auch ein kleines bisschen Konsolidierung in der sehr mittelständisch geprägten deutschen Rüstungsbranche.

Ukraine: Ist der Leopard Panzer dem Krieg gewachsen?
Ukraine: Ist der Leopard-Panzer dem Krieg gewachsen?

weitere Videos

    Anders als im Oktober müssen Privatanleger, die sich eine gute Kurs- und Dividendenentwicklung versprechen, diesmal bis zur Erstnotiz von Renk warten. Von diesem Mittwoch an kann sich dann jeder über die Börse eindecken.

    Renk gehörte lange über MAN zum VW-Konzern und führte ein Nischendasein – guter Umsatz, guter Ertrag, mehr aber auch nicht. 2020 kaufte Triton die Augsburger für rund 700 Millionen Euro und begann den Umbau. Seither modernisiert Firmenchefin Susanne Wiegand. Der Börsengang bewertet Renk jetzt mit rund 1,5 Milliarden Euro. Triton nimmt 450 Millionen Euro ein.

    FAQ zu Tagesgeld und Festgeld

    Was ist Tagesgeld?

    Das Tagesgeld ist eine klassische Geldanlage. Der Sparer legt sein Geld bei einer Bank zu einem variablen Zinssatz an. Er kann täglich über sein Geld verfügen und jederzeit Ein- und Auszahlungen vornehmen.

    Was unterscheidet Tagesgeld von Festgeld?

    Während das Tagesgeld eine flexible Verfügbarkeit des Kapitals bieten, ist das Kapital bei einem Festgeldkonto für einen festgelegten Zeitraum angelegt und nicht zugänglich.

    Wie sicher sind Tages- und Festgeldkonten?

    In vielen Ländern wie Deutschland sind Einlagen bis zu 100.000 Euro je Kunden und Bank über einen Einlagensicherungsfonds geschützt – beide Anlageformen sind daher eine sichere Investitionsoption.

    Wie werden die Zinsen bei Tages- und Festgeld berechnet?

    Tagesgeldzinsen werden oft variabel berechnet und können sich ändern – je nach Marktlage. Festgeldzinsen sind stattdessen für die zuvor vereinbarte Laufzeit des Vertrages festgeschrieben und ändern sich nicht.

    Kann ich mehrere Tages- und Festgeldkonten gleichzeitig haben?

    Ja – es gibt keine Begrenzung für die Anzahl der Konten. Allerdings sollten Sie Angebote und Konditionen sorgfältig vergleichen, um die besten Renditen zu erzielen.

    Welche Gebühren fallen bei Tages- und Festgeldkonten an?

    Normalerweise fallen keine Kontoführungsgebühren an. Jedoch sollten Sie immer das Kleingedruckte lesen, um sicherzustellen, dass keine versteckten Kosten anfallen.

    Wie kann ich ein Tages- oder Festgeldkonto eröffnen?

    Die meisten Banken und Finanzinstitute bieten eine einfache Online-Eröffnung an. Auch die Legitimation erfolgt bei vielen Banken mittlerweile digital. Allen voran Direktbanken bieten oft nur einen reinen digitalen Service an.

    Ist mein Geld bei ausländischen Banken sicher?

    Das ist von der jeweiligen Bank und dem Land abhängig. Innerhalb der Europäischen Union (EU) gilt flächendeckend eine Einlagensicherung von maximal 100.000 Euro je Kunde und Bank. Außerhalb der Eurozone können andere Bedingungen gelten. Daher ist es ratsam, sich über die Einlagensicherung des jeweiligen Landes zu informieren, ehe man eine Anlage tätigt.

    Kann ich mein Festgeld vorzeitig kündigen?

    Die vorzeitige Kündigung kann möglich sein – etwa bei flexiblen Verträgen. Oft gehen damit aber finanzielle Nachteile oder Strafzinsen einher. Daher sollte man zuvor die Vertragsbedingungen sorgfältig lesen.

    Was passiert bei sich ändernden Zinsen?

    Bei Tagesgeldkonten können sich die Zinsen ändern – oft angelehnt an die Entwicklung des Leitzinses. Bei Festgeldkonten bleibt der Zinssatz für die mit der Bank vereinbarte Laufzeit unverändert.