Energie

Gas: Mittelstand fordert Aussetzung der Mehrwertsteuer

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Tobias Kisling
Gasumlage: Auf Haushalte kommen hohe Mehrkosten zu

Gasumlage- Auf Haushalte kommen hohe Mehrkosten zu

Gaskunden in Deutschland müssen ab Oktober mit deutlich steigenden Preisen rechnen: Ab dann dürfen sich Gasimporteure Mehrkosten wegen Lieferausfällen aus Russland erstatten lassen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen über eine Gasumlage einen Großteil der Belastung schultern.

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Die Gaspreise sind hoch. Ab Herbst wird es mit der geplanten Umlage noch teurer. Der Mittelstand will die Mehrwertsteuer aussetzen.

Berlin. Angesichts der hohen Energiepreise dringt der Bundesverband Der Mittelstand. BVMW auf Entlastungen und bringt eine zeitlich befristete Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Energielieferungen ins Spiel. „Eine mögliche temporäre Befreiung der Energielieferungen von der Mehrwertsteuer wäre aus Sicht des Mittelstandes ein erster Schritt, um das Vertrauen der Verbraucher wieder herzustellen“, sagte der Bundesvorsitzende des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger, unserer Redaktion.

Es brauche keine höheren Gaspreise als Anreiz zum Energiesparen. „Es haben alle verstanden, worum es geht“, sagte Jerger.

Gas: Mittelstand fordert Klarheit zu Entlastungspaketen

Der Verbandschef forderte schnelle Klarheit zu den geplanten Entlastungspaketen. „Eine Gasheizung darf nicht zum Luxusgut werden, nur weil die deutschen Regierungen seit Jahren die Diversifizierung unserer Energielieferungen verschlafen und den parallelen Ausstieg aus Kohle und Atomkraft ohne ein richtiges Sicherheitsnetz forciert haben“, sagte Jerger.

Er forderte die Politik auf, klar zu benennen, welche Kosten auf die Privathaushalte und Unternehmen zukommen – gerade auch mit Blick auf die geplante Umlage, die ab Oktober greifen soll. „Allgemeine Spar-Appelle helfen nicht weiter. Schon in der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Krisen eine klare Kommunikation erfordern“, mahnte Jerger.

Gaskosten könnten weiter kräftig steigen

In der vergangenen Woche waren aus dem Bundeswirtschaftsministerium erste Details zur geplanten Gasumlage, die einen Kollaps der Energiebranche verhindern soll, bekannt geworden. Während BundeskanzlerOlaf Scholz (SPD) bei der Rettung des wankenden Energiekonzerns Uniper noch von einer Umlage von 2 Cent pro Kilowattstunde gesprochen hatte, nannte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nun eine Spanne von 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde.

Bei 5 Cent pro Kilowattstunde Gas kämen auf einen Vier-Personen-Haushalt dabei nach Berechnungen der Vergleichsportale Verivox und Check24 Mehrkosten von rund 1.000 Euro auf einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch zu. Wie hoch die Umlage konkret ausfallen wird, will die Bundesregierung im August bekanntgeben. Die Umlage sollen neben den Verbrauchern auch Unternehmen zahlen.