Wirtschaft

Tesla: Erstmals über eine Milliarde Dollar Quartalsgewinn

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Elon Musk überholt Jeff Bezos als reichster Mensch der Welt

Elon Musk überholt Jeff Bezos als reichster Mensch der Welt

Der Chef des US-Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, hat den Titel des weltweit reichsten Menschen ergattert. Der 49-jährige Unternehmer entthronte den Chef des US-Onlineriesen Amazon, Jeff Bezos. of Elon Musk and screenshots of his hijacked official Twitter account

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Der US-Elektrobauer verzehnfacht den Überschuss auf 1,1 Milliarden Dollar. Die Baustelle in Grünheide liegt im Zeitplan.

Palo Alto. Der US-Elektroautobauer Tesla hat erstmals mehr als eine Milliarde Dollar in einem Vierteljahr verdient. Das Unternehmen von Elon Musk verzehnfachte den Überschuss im zweiten Quartal im Jahresvergleich auf 1,1 Milliarden Dollar (rund 900 Millionen Euro). Dabei trug der Handel mit Abgaszertifikaten, der traditionell die Bilanz aufbessert, weniger zu dem Rekordgewinn bei als sonst. Den Ausschlag gab vielmehr, dass Tesla mehr als doppelt so viele Autos auslieferte wie ein Jahr zuvor.

Tesla betonte auch, dass der Bau des Werks in Grünheide bei Berlin im Plan liege. „Wir machen weiter mit der Installation von Geräten, haben mit dem Testen von Werkzeugen begonnen und arbeiten an einem schnellen Produktionsstart in Berlin“, hieß es in der Präsentation zum Bericht der Quartalszahlen. Die von Tesla-Chef Elon Musk „Giga Berlin“ getaufte Fabrik im Brandenburger Landkreis Oder-Spree bleibt jedoch ein Wermutstropfen in der Tesla-Bilanz. Ursprünglich hatte das Unternehmen noch damit kalkuliert, die Produktion von Fahrzeugen bereits im Juli aufnehmen zu können. Nun, so hieß es in dem Bericht, müsse die „erfreulich hohe Nachfrage in Europa“ vor allem von der Fabrik im chinesischen Shanghai bedient werden. Das Werk sei zum „Export-Hub“ geworden.

Tesla in Grünheide bei Berlin: Produktionsstart für Ende des Jahres geplant

In Grünheide plant Tesla nun den Produktionsstart für Ende des Jahres. Das Unternehmen hat bisher noch keine abschließende umweltrechtliche Genehmigung für den Bau vom Land Brandenburg bekommen, kann aber über mehrere vorzeitige Zulassungen in einzelnen Schritten bauen. Nachdem der Antrag auf Genehmigung um eine Batteriefabrik erweitert wurde, sind noch Einwände dagegen möglich. Vor allem Umweltverbände kritisieren das Projekt.

Mitarbeiter von Tesla in Grünheide waren nach Informationen der Berliner Morgenpost in den letzten Tagen auch über das finale Aussehen des Werks informiert worden. Quellen zufolge soll es im Eingangsbereich ein Graffiti geben, mit dem auch an die Industriekultur Berlins erinnert werden soll.

Tesla veröffentlichte am Dienstag auch ein Foto der bereits im Werk verbauten Lackiererei. In der ersten E-Autofabrik des Unternehmens in Europa sollen perspektivisch jedes Jahr rund 500.000 Exemplare der kompakten Reihen Model 3 und Model Y vom Band laufen. Die Zahl der Arbeitsplätze wird auf 12.000 geschätzt.

Tesla in Grünheide bei Berlin - mehr zum Thema:

Gigafactory in Grünheide: Keine Auskünfte über abschließende Genehmigung

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg konnte am Dienstag keine näheren Auskünfte mit Blick auf die abschließende Genehmigung für das Tesla-Werk geben. Auch mit Einschätzungen zum tatsächlichen Start der Produktion hielt sich das Ministerium zurück: „Tesla selbst hat angekündigt, noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen zu wollen. Weiterführende Erkenntnisse liegen hier gegenwärtig nicht vor“, sagte Staatssekretär Hendrik Fischer (SPD).

Die Linkspartei im Brandenburger Landtag forderte vom Tesla auch verstärktes finanzielles Engagement bei dem Ausbau der Infrastruktur. „Es kann nicht sein, dass nun der Steuerzahler für die Anbindung des Werks die Zeche zahlt“, erklärte der verkehrs- und infrastrukturpolitische Sprecher, Christian Görke, gegenüber der Berliner Morgenpost. Von einem der reichsten Männer der Welt könne man schon verlangen, sich zu beteiligen, so Görke mit Blick auf Tesla-Chef Musk weiter.

Der Politiker forderte zudem ähnlich schnelle Genehmigungsverfahren auch bei anderen Vorhaben. Als Beispiel nannte Görke Bahnprojekte in der Hauptstadtregion. Dabei sei man im Schneckentempo unterwegs. „Ich will die Tesla-Geschwindigkeit auch bei anderen Bauprojekten sehen“, sagte er.

Tesla hatte im November 2019 angekündigt, ein neues Automobilwerk in Grünheide bauen zu wollen. Später verkündete das Unternehmen auch den Bau einer Batteriezellenfabrik vor Ort. In Berlin soll zudem ein Zentrum für Design und Entwicklung entstehen. Dafür gibt es aber noch keinen Standort.