Reisen

Von Mallorca bis New York: Hotelpreise sinken weltweit

Die Corona-Krise hat die Hotelpreise in den Keller gedrückt. Weltweit sind die Zimmerpreise durchschnittlich um 17 Prozent gesunken.

Merkel ruft Bundesbürger angesichts hoher Corona-Zahlen zum Zuhausebleiben auf

In einem eindringlichen Appell hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bundesbürger zur Einschränkung ihrer Kontakte und zum Verzicht auf Reisen aufgerufen. "Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause", sagte Merkel angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen.

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Berlin. Die Übernachtungspreise in Hotels und Ferienhäusern sind während der Corona-Pandemie weltweit deutlich eingebrochen. Die Kosten für eine Übernachtung sanken im internationalen Durchschnitt um 17 Prozent. Dies hat eine aktuelle Untersuchung der Hotelpreise an 75 Zielen des Reiseveranstalters Dertour ergeben, die unserer Redaktion vorliegt.

Spitzenreiter unter den Verlierern ist Amsterdam mit einem Rückgang von rund 51 Prozent. In Deutschland fielen die Unterkunftspreise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 9 Prozent. Am stärksten gingen bundesweit die Preise in München mit fast 29 Prozent in den Keller. Auf der Ferieninsel Mallorca reduzierten sich die Zimmerkosten im Schnitt um 17,7 Prozent.

Corona-Pandemie: Reisen bleiben wohl auch 2021 günstiger

Diese Preisentwicklung steht sinnbildlich für den Krisenzustand der gesamten Branche, ist der Vorstandschef der DER Touristik Central Europe, Ingo Burmester, überzeugt und prognostiziert: „Reisen selbst wird auch im Jahr 2021 günstig sein.“ Vor allem bei Reisezielen mit geringer Nachfrage würden die Kosten voraussichtlich sinken.

Der Reiseveranstalter Dertour will das niedrige Preisangebot an seine Kunden weitergeben, sagte der Dertour-Manager. Burmester hofft auf einen Aufholeffekt für Reiseziele im Mittelmeerraum, Europareisen und Langstreckenreisen im Jahr 2021, sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben werden.

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Hotel in New York sind während der Corona-Krise fast ein Drittel günstiger

Die fallenden Preise sind in fast allen Ländern und Regionen weltweit zu beobachten. Nur in sechs der untersuchten Gebiete steigen die Preise, darunter befinden sich vier in Deutschland – in Dresden (5,7 %), Lübeck (5,4 %), Baden-Baden (1,6 %), Konstanz (0,8 %), Abu Dhabi (6,8 %) und Marrakesch (15,5 %). Die stärksten Preiseinbrüche verzeichneten weltweit nach Amsterdam die Städte San Francisco (-39,2 %), Vancouver (-37,1 %), Bangkok (-34,6 %) und Phuket (-33,8 %).

In New York zahlen Touristen im Schnitt 31,3 Prozent weniger. In der europäischen Metropole Madrid werden durchschnittlich 26,8 Prozent weniger für Hotelzimmer verlangt, in London 25,2 Prozent und in Paris 11,9 Prozent. Untersucht wurden für die Studie 3- bis 5-Sterne-Hotels sowie Ferienhäuser.

Die teuersten Hotels sind in Zürich, die günstigsten auf Phuket

Am meisten Geld haben Reisende – trotz eines Preisrückgangs um 10 Prozent – im Durchschnitt in Zürich mit 210 Euro die Nacht hingelegt, eine 5-Sterne-Hotel-Übernachtung kostete im Schnitt 477 Euro. Am günstigsten übernachteten Urlauber in Phuket mit 25 Euro, heißt es in der Untersuchung.

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München liegt mit einem Übernachtungspreis von 105 Euro im weltweiten Durchschnitt. In Leipzig ist die Übernachtung mit durchschnittlich 80 Euro am günstigsten. In Hamburg kostete eine Nacht im Hotel laut Studie im Schnitt 111 Euro, in Berlin 95 Euro. Auf Mallorca, der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, werden laut Studie im Schnitt 128 Euro je Nacht fällig – im 3-Sterne Hotel sind es 80 Euro, im 5-Sterne-Bereich 231 Euro.

Insgesamt hat die deutsche Reisewirtschaft dieses Jahr einen Umsatzeinbruch von mehr als 28 Milliarden Euro erlebt, berichtet der Deutsche Reiseverband. Dies entspricht einem Rückgang von rund 80 Prozent.