Leserfrage: Meine Großeltern wollen mir ihr Haus verkaufen. Der Wert des Hauses ist schätzungsweise doppelt so hoch wie der gewünschte Kaufpreis. Derzeit steigen die Preise auch für ältere Immobilien in die Höhe. Wenn man den Marktwert betrachtet, ist es womöglich noch mehr wert. Mein Opa hat zwei Töchter. Meine Mutter würde auf den Anteil des Hauses verzichten. Die Tante hat keinen Kontakt zur Familie. Nun haben wir Angst, dass sie sich möglicherweise dann meldet, wenn es zum Todesfall gekommen ist, und auf ihren Pflichtanteil aus der Teilschenkung besteht. Macht es Sinn, das Haus jetzt schätzen zu lassen, damit das Finanzamt am Ende nicht in x Jahren ankommt und dann nach aufwendigen Sanierungen das Haus schätzt? Oder geht es dann nach Stichtag? Wenn meine Mutter auf ihren Pflichtanteil bezüglich des Hauses verzichtet, muss sie dann auf das ganze Erbe verzichten? Muss der genaue Teilschenkungsbetrag festgelegt werden? Können wir uns irgendwie absichern?
Dr. Max Braeuer: Ihre Großeltern sind völlig frei in der Entscheidung, was sie mit ihrem Vermögen machen. Sie können also ihr Haus verkaufen oder auch verschenken. Sie brauchen dafür nicht die Mitwirkung oder die Zustimmung ihrer Töchter, die sie möglicherweise einmal beerben werden. Wenn sie das Haus zum halben Preis an Sie verkaufen wollen, steht dem nichts im Wege.


