Wirtschaft

SAP investiert 200 Millionen Euro in Berlin

In Mitte plant das Unternehmen einen neuen Digital-Campus für 1200 Mitarbeiter. Davon sollen rund 450 neu hinzukommen.

Im Gebäude QH Track (l.) sollen die neuen SAP-Räume liegen.

Im Gebäude QH Track (l.) sollen die neuen SAP-Räume liegen.

Foto: Quartier Heidestraße GmbH

Berlin/Walldorf. Der Softwarekonzern SAP mit Hauptsitz in Walldorf (Baden-Württemberg) steckt mehr als 200 Millionen Euro in eine neue Basis in der Hauptstadt. Unweit des Hauptbahnhofs, im Quartier Heidestraße, mietet er für einen Digital-Campus mehr als 30.000 Quadratmeter an, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Rund 1200 Mitarbeiter sollen dort ab Ende 2022 einziehen.

Die Büros an der Rosenthaler Straße in Mitte sollen dann aufgegeben werden. Den dreistellige Millionenbetrag will das Unternehmen aufwenden, um Mieten, Betriebskosten und Abschreibungen zu bezahlen.

Derzeit arbeiten rund 1000 Menschen in der Region für SAP

Derzeit ist SAP mit mehreren Büros in Mitte und Schönefeld, dem „Data Space by SAP“ sowie dem SAP Innovation Center Potsdam in der Hauptstadtregion vertreten. Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur beschäftigt das Unternehmen in der Region rund 1000 Menschen. Durch den neuen Standort sollen demnach 450 neue hinzukommen. Diese Zahlen wollte SAP nicht kommentieren.

Der Softwarekonzern hatte jüngst zwar in Deutschland Jobs abgebaut, stellt aber gleichzeitig in anderen, zukunftsträchtigen Bereichen ein. Am neuen Standort soll an den Themen „Künstliche Intelligenz“, „Maschinelles Lernern“ und „Blockchain“ gearbeitet werden.

Unternehmen bekennt sich mit Entscheidung zu Berlin

Das Unternehmen wertet diesen Schritt als eindeutiges Bekenntnis zu Berlin. „Die Hauptstadt und ihr Tech-Ökosystem sind für uns und unsere Kunden nicht mehr wegzudenken“, sagte SAP-Technologievorstand Jürgen Müller. Das gelte im Hinblick auf die Innovationen der Zukunft als auch auf den Standort Berlin als wichtiger Arbeitsmarkt. „Berlin hat wie wohl keine andere Hauptstadt eine Strahlkraft über Europa hinaus,“ so Müller weiter.

Grund zur Freude gibt es beim Berliner Senat. „Einmal mehr zeigt sich, dass Berlin der Standort für digitale Zukunftstechnologien ist“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Insbesondere beim Thema Künstliche Intelligenz gebe es in der Hauptstadt beste Voraussetzungen. „An keinem anderen deutschen Standort gibt es ein solches Netzwerk an Unternehmen, Inkubatoren und Wissenschaftseinrichtungen sowie diese Dynamik.“ SAP leiste mit dem neuen Campus in der Europacity einen wichtigen Beitrag zur Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze in der Hauptstadt.

Gute Wünsche vom Regierenden Bürgermeister

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach von einer „fantastischen Nachricht“ und einem „starken Signal für die Wissenschafts- und Forschungsstadt Berlin“. „SAP hat den Wandel Berlins seit der Wiedervereinigung und die Entwicklung zur Digitalhauptstadt in den vergangenen Jahren maßgeblich mitgestaltet und ist hier stetig gewachsen.“ Für das neue Projekt im Herzen der Hauptstadt wünsche er dem Unternehmen alles Gute, so Müller.

Lobende Worte auch von der Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus. „Die Ankündigung von SAP, in den Standort Berlin 200 Millionen Euro zu investieren und weitere qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, ist eine sehr gute Nachricht“, sagte der wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, Florian Swyter. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten profitiere Berlin von langfristigen Investitionen der Zukunftsbranchen. Der Senat sei jedoch gefordert, dieses Vorhaben positiv zu begleiten und zu unterstützen. „Skepsis und das Befördern von Gentrifizierungsängsten sind fehl am Platz und dürfen nicht noch einmal dazu führen, dass eine Engagement abgeblasen wird, wie damals beim Google-Campus“, so Swyter

Langfristiger Mietvertrag bereits unterschrieben

SAP hat nach eigenen Angaben am neuen Standort bereits einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. „Wir freuen uns sehr, dass SAP in unser Bürogebäude QH Track im Quartier Heidestraße ziehen wird“, sagte Thomas Bergander, Geschäftsführer der Quartier Heidestraße GmbH. Mit dieser Entscheidung entstehe dort ein digitaler Hub, der nicht nur in das Konzept eines smarten und digitalen Quartiers passe, vielmehr würden die SAP-Mitarbeiter den lebendigen Campus des Quartiers mit prägen.