Start-up-Barometer

In Berlins Start-ups fließt das meiste Geld

Laut aktuellem Start-up-Barometer von Ernst & Young gehen drei Viertel des investierten Kapitals nach Berlin.

Deutsche Start-ups haben im ersten Halbjahr eine Rekord-Summe von Investoren eingeworben. Berlin liegt dabei ganz weit vorne.

Deutsche Start-ups haben im ersten Halbjahr eine Rekord-Summe von Investoren eingeworben. Berlin liegt dabei ganz weit vorne.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Berlin.. In Berlins Start-up-Unternehmen fließt deutschlandweit das meiste Geld. Die jungen Firmen mit innovativen Geschäftsideen in der Hauptstadt erhielten im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 2,1 Milliarden Euro – das ist ein Anstieg um 28 Prozent. Damit liegen die Berliner Firmen bei der Finanzierung durch Wagniskapital mit großem Abstand vorne.

Nach dem aktuellen Start-up-Barometer, in dem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young die Venture Capital Investitionen in deutsche Start-ups erhoben hat, gingen an die deutschen Firmen Rekordsummen. So wurden im ersten Halbjahr in 332 Investitionsrunden 2,8 Milliarden Euro investiert, 19 Prozent mehr als im Vorjahres-Vergleichszeitraum.

Bundesverbands-Chef Florian Nöll: Potentiale ausschöpfen

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V, Florian Nöll, sprach von erfreulichen Zahlen. „Berliner Start-ups erhalten mit 2,1 Milliarden drei Viertel des gesamten Wagniskapitals in Deutschland. Das zeigt, welches Potential Investoren aus aller Welt in den Berliner Start-ups sehen“, sagte Nöll auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Entscheidend sei, dass diese Potentiale auch ausgeschöpft werden.

Berlin soll Lösungen vorlegen

„Die Knappheit an verfügbaren Büroräumen und jungen Talenten drohen die positiven Entwicklungen allerdings zu bremsen“, warnte der Vorsitzende des Bundesverbandes. Er fügte hinzu: „Hier ist auch das Land Berlin aufgefordert, Lösungsvorschläge vorzulegen, damit die Hauptstadt, gerade auch im internationalen Vergleich, ihren Spitzenplatz behält und ausbaut.“

Wirtschaftssenatorin Pop: Beste Rahmenbedingungen

„Berlin ist und bleibt die Start-up-Metropole Deutschlands“, kommentierte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) das Ergebnis des aktuellen Barometers. „Start-ups brauchen Freiheit, Vielfalt und Talente, all das finden sie in Berlin.“ Sie wirbt für die Investitionen in der Hauptstadt. „Wir bieten beste Rahmenbedingungen, die Nähe zu europäischen Märkten und ein einzigartiges Start-up-Ökosystem. Wir setzen Impulse für Innovation und bringen Wissenschaft und Wirtschaft zusammen – das ist der Schlüssel.“

Mehr Geld auch nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg

Mit 133 Millionen Euro erhielten nordrhein-westfälische Jungunternehmen ebenfalls mehr Geld, sie konnten ein Plus von drei Prozent verbuchen. In Baden-Württemberg hat sich das Investitionsvolumen auf 150 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

Laut den an diesem Freitag vorgelegten Zahlen verliert E-Commerce an Bedeutung. Die in diese Start-ups investierte Summe sank laut Ernst & Young von einer Milliarde im ersten Halbjahr 2018 auf 208 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019. FinTechs und Mobililty-Start-ups konnten hingegen mit 659 Millionen Euro gut fünfmal so viel Kapital wie vor einem Jahr einsammeln.