Medienmacher-Kolumne

Wird Ina Tenz von Antenne Bayern neue NDR-Hörfunkdirektorin?

Ina Tenz machte jüngst Schlagzeilen, weil sie bei Antenne Bayern Sarah Connor zensierte. Es tun sich neue Chancen auf – beim NDR.

Bald neue NDR-Hörfunkdirektorin? Ina Tenz mit Mann Bela Anda.

Bald neue NDR-Hörfunkdirektorin? Ina Tenz mit Mann Bela Anda.

Foto: Sebastian Scherer / www.imago-images.de

Hamburg.  Eigentlich kann nur noch die etwas seltsame Terminplanung des NDR-Rundfunkrats die Wahl von Hörfunkdirektor Joachim Knuth zum neuen Intendanten des Senders verhindern. Denn wenn dessen Mitglieder diesen Freitag zusammenkommen, um über die Nachfolge von Lutz Marmor zu entscheiden, haben in allen vier NDR-Vertragsstaaten bereits die Sommerferien begonnen. Es ist also nicht auszuschließen, dass weniger als die für eine Intendantenwahl erforderlichen 39 der insgesamt 58 Mitglieder des Rundfunkrats sich in Hamburg einfinden werden.

Doch abgesehen von dieser Unwägbarkeit ist die Wahl Knuths, der zuvor einstimmig vom Verwaltungsrat für den Intendantenposten vorgeschlagen wurde, reine Formsache. Folglich wäre es höchste Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wer neuer NDR-Hörfunkdirektor wird.

Womöglich ist dieser Job aber in Zukunft auch entbehrlich. In anderen ARD-Anstalten – etwa beim Bayerischen Rundfunk oder beim SWR - wurden die Hörfunk- und die Fernsehdirektionen zusammengelegt. Im digitalen Zeitalter ergibt die traditionelle Trennung von TV und Radio keinen Sinn.

Ina Tenz bald NDR-Hörfunkdirektorin? Der Posten bleibt wohl erstmal bestehen

Beim NDR ist bisher allerdings nicht erkennbar, dass der Sender dem Beispiel aus Bayern und Südwestdeutschland folgen wird. Zumindest noch nicht jetzt. Für eine Zusammenlegung von Hörfunk- und Fernsehdirektion fehlten die Strukturen, sagt ein hochrangiger NDR-Mitarbeiter. So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es im NDR, bei dem man sich offiziell zu all dem nicht äußern mag, auch künftig einen Hörfunkdirektor geben wird – oder besser gesagt eine Hörfunkdirektorin.

Denn dass es wegen des Geschlechterproporzes im Falle einer Neuausschreibung der Position auf eine Frau hinauslaufen wird, gilt im Sender als sicher. Es werden bereits die ersten Namen gehandelt.

Immer wieder wird in diesem Zusammenhang Ina Tenz genannt. Die Radio-Managerin ist Programmdirektorin von Antenne Bayern. Die Norddeutsche, Tenz wurde in Wildeshausen geboren, war zuvor lange Jahre beim niedersächsischen Radio FFN. Für den Hörfunk arbeitet sie bereits seit 1992.

Antenne Bayern wird Tenz offenbar verlassen

Vergangenen Montag meldete dann der Branchendienst „Turi2“, Tenz werde Antenne Bayern verlassen. Hintergrund ist offenbar ein Wechsel in der Geschäftsführung des Senders. Interessant daran ist, dass die Gerüchte über einen möglichen Wechsel der 48-Jährigen zum NDR älter sind als die „Turi2“-Meldung.

Sie sagte dem Dienst, sie gehe davon aus, ihren Vertrag bei Antenne Bayern zu erfüllen, könne zu „personellen Planungen der neuen Geschäftsführung“ aber „nichts sagen“.

Tenz geriet Anfang Juni in die Schlagzeilen, weil sie Sarah Connors Song „Vincent“ nicht in voller Länge bei Antenne Bayern spielen wollte. In dem Stück geht es um das Coming-out eines schwulen jungen Manns. Sie störte die Textzeile „Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt“.

Die Radio-Frau ist mit dem PR-Mann Béla Anda verheiratet. Der ehemalige stellvertretende „Bild“-Chefredakteur war von 2002 bis 2005 Regierungssprecher unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder.