Musiksoftware

Apple verkündet Aus von iTunes in der bisherigen Form

iPhone-, Mac- und iPod-Besitzer müssen sich umstellen, denn iTunes wird quasi eingestellt. Was Sie über Apples Pläne wissen sollten.

Tim Cook, Chef von Apple, spricht über das MacBook Pro auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC.

Tim Cook, Chef von Apple, spricht über das MacBook Pro auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC.

Foto: Jeff Chiu / dpa

San Jose. Mit der Musiksoftware iTunes konnten Besitzer von Apples iPhones, iPods, iPads oder Macs ihre Audiodateien bisher aus einer App heraus verwalten. Doch damit ist Schluss. Bei der Entwicklerkonferenz WWDC in San Jose hat Apple quasi das Aus für iTunes als umfassende Software verkündet.

Wie es bei eine Präsentation hieß, werden Nutzer in Zukunft drei unterschiedliche Apps nutzen müssen: eine für Musik, eine für Podcasts und eine für Videoinhalte. Bisher ließen sich diese Inhalte alle über iTunes verwalten. Allerdings war die umfassende App in einigen Punkten auch relativ kompliziert und unbedachte Änderungen in den Einstellungen hatten schon so manche gut organisierte Musiksammlung auf Rechnern zerstört.

Wie das Technikportal heise.de berichtet, sollen jedoch einige iTunes-Funktionen auch in Zukunft noch verfügbar bleiben. So solle das Synchronisieren von iPhones und iPads mithilfe der Software möglich bleiben.

WWDC: Die wichtigsten Informationen zur Apple-Konferenz

Neben der Änderungen bei iTunes hat Apple auf seiner eigenen Konferenz noch weiter Neuerungen vorgestellt: Die iPad-Tablets bekommen erstmals ein eigenes Betriebssystem, das sie stärker wie einen vollwertigen PC-Ersatz nutzen lässt. Außerdem stellte Apple am Montag nach Jahren wieder einen neuen Hochleistungs-Computer der Mac-Pro-Reihe vor, der für professionelle Nutzer mit hohen technischen Ansprüchen gedacht ist.

Auf dem iPhone, der wichtigsten Apple-Produkt, wird auch die Karten-App verbessert. Zunächst in den USA bekommen Nutzer bis Jahresende die Möglichkeit, sich dreidimensionale Straßen-Ansichten anzusehen. Es ist so etwas wie Googles Street View in 3D.

Einen Fokus setzte Apple zum Start seiner Entwicklerkonferenz WWDC in San Jose weiterhin auch auf den Datenschutz. So bekommen Nutzer die Möglichkeit, ihren Aufenthaltsort auch nur einmal mit einer App zu teilen – bisher kann man nur der permanenten Nutzung von Ortsdaten bei aktiver Anwendung zustimmen.

Bei vernetzter Haustechnik im Smarthome soll die Apple-Plattform HomeKit mit Hilfe der Installation in Internet-Routern künftig einzelne Geräte besser voneinander abschirmen, damit Anbieter Nutzer nicht ausspähen können. Dafür ausgestattete Router kommen zunächst unter anderem von Linksys.

Apple Watch wird auch ohne iPhone nutzbar sein

Wenn die Apple Watch attraktiver für Android-Nutzer wird, könnte das die Erfolgschancen anderer Smartwatch-Anbieter verschlechtern. Bisher brauchte man ein iPhone zum Beispiel, um Apps auf die Apple Watch zu laden. Künftig bekommt die Computer-Uhr einen eigenen App Store und auf ihr laufende Anwendungen brauchen keinen Gegenpart auf dem iPhone mehr.

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Die Apple-Uhr ist bereits die mit Abstand populärste Smartwatch, wurde aber zugleich durch die Verbreitung des iPhones zurückgehalten: Android-Smartphones haben einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Bereits bei einer der letzten Apple-Präsentationen ging es bereits um die Apple-Watch, die vor Herzproblemen warnt – Wem kann das helfen? Doch auch eine eigene Kreditkarte und ein Streamingdienst bringt Apple , wie es im März hieß.

Mac Pro kehrt zu altem Design zurück

Mit dem neuen Mac Pro will Apple verlorenen Boden im Geschäft mit Profi-Nutzern gutmachen. Der iPhone-Konzern stellte am Montag einen von Grund auf neu entwickelten Rechner der Reihe Mac Pro vor. Er soll ausreichend Kapazität zum Beispiel für professionelle Videoaufbereitung oder Musik-Komposition bieten. Unter anderem kann man damit mit mehreren Videos in extrem hoher 8K-Auflösung gleichzeitig arbeiten.

Zusammen mit dem Mac Pro stellte Apple auch einen neuen Monitor mit sehr präziser Farbwiedergabe und hoher Auflösung vor. Der Computer hat einen US-Preis ab 5999 Dollar, für den Monitor werden 4999 Dollar fällig - plus 999 Dollar für den passenden Standfuß.

Apple hatte den Mac Pro zuletzt 2013 aktualisiert – und sich damals mit einem innovativen Design in eine technische Sackgasse manövriert. Der Konzern war davon ausgegangen, dass in leistungsstarken Computern mehrere Grafikkarten zusammenarbeiten werden und entwarf ein zylindrisches Gehäuse, in dem sie von durchströmender Luft gekühlt wurden. Doch in der Industrie setzte sich die Tendenz durch, den Arbeitsaufwand einer einzelnen hochgerüsteten Grafikkarte zu überlassen. Diese Modelle bekommt der Zylinder-Mac nicht gekühlt. Der Konzern kündigte deswegen bereits 2017 eine neue Version des Mac Pro in konventionellerer Bauweise an. Der neue Mac Pro erinnert nun äußerlich an den Vorgänger des Zylinder-Modells, der wegen der markanten Löcher im Metall-Gehäuse den Spitznamen „Käsereibe“ bekam. (dpa/ac)

• Hintergrund: Heise.de zu den Neuerungen bei der WWDC