Warenhauskette

Bei Kaufhof-Sanierung werden rund 2600 Jobs gestrichen

Bei Kaufhof fallen etwa 2600 Stellen weg. Der Kaufhof- und Karstadtchef hält die Warenhauskette andernfalls für nicht überlebensfähig.

Kaufhof steckt in der Krise. Die Konzernführung will daher Jobs abbauen.

Kaufhof steckt in der Krise. Die Konzernführung will daher Jobs abbauen.

Foto: Rüdiger Wölk / imago/Rüdiger Wölk

Essen/Köln.  Die Fusion mit Karstadt soll Kaufhof retten, aber das alleine reicht offenbar nicht: Bei der Kaufhauskette sollen auch rund 2600 Stellen abgebaut werden. Das kündigte Karstadt am Freitag in Essen an. Konzernchef Stephan Fanderl betonte, Kaufhof sei ein Sanierungsfall – und im jetzigen Zustand „langfristig nicht überlebensfähig“.

Rund 1000 Vollzeitstellen sollen in den Führungs- und Verwaltungsstrukturen wegfallen, weitere 1600 Vollzeitstellen in den Filialen, wie der Konzern mitteilte. Sanierungsbedingte Filialschließungen sind dagegen vorläufig nicht geplant.

Kaufhof steigt aus Tarifbindung aus

Der Konzern will die wichtigsten Führungs- und Verwaltungsstrukturen beider Warenhäuser künftig in der bisherigen Karstadt-Zentrale in Essen bündeln. Am Standort Köln, bisher der Sitz der Kaufhof-Zentrale, soll ein Kompetenz-Center für Digitalisierung und E-Commerce aufgebaut werden. Außerdem soll von hier aus das Gastronomie- und Lebensmittelgeschäft gesteuert werden.

Um Kosten zu sparen, wird Kaufhof umgehend außerdem aus der Tarifbindung aussteigen. Das Unternehmen strebe eine individuelle Tariflösung an, die der wirtschaftlichen Notsituation von Kaufhof Rechnung trage, hieß es.

Schlechtes Weihnachtsgeschäft für Kaufhof und Karstadt

Fanderl soll aus den beiden schwächelnden Warenhauskonzernen einen auch im Internet-Zeitalter wettbewerbsfähigen Handelskonzern schmieden. Dabei steht er unter erheblichem Druck.

Nach Karstadt-Angaben blieb das Weihnachtsgeschäft beim Kaufhof deutlich unter den Erwartungen. Auch bei Karstadt soll es nach Angaben aus informierten Kreisen nicht gut gelaufen sein.

Der Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof ist aus der Not geboren. Kaufhof und Karstadt macht seit Jahren der Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando zu schaffen, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren. Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die beiden Ketten eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition.

Die Mehrheit am neuen Gemeinschaftsunternehmen hält der bisherige Karstadt-Eigentümer René Benko. Der Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company bleibt als Minderheitseigentümer an Bord. Kaufhof-Chef Roland Neuwald musste den Konzern nach der Karstadt-Fusion verlassen. Nun soll es Fanderl richten – der deutsche „Mr. Warenhaus“. (dpa/cho)