Arbeitsmarkt

Die Rente steigt – weil die deutsche Beschäftigung boomt

2018 sind in Deutschland mehr Menschen in Arbeit gegangen als in Rente. Das hat 2019 positive Folgen für die Höhe der Rentenzahlungen.

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Berlin.  Weil die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt derzeit so gut ist, werden im kommenden Jahr die Renten steigen. Und zwar deutlich.

Politiker und Experten hatten für Juli eine Rentenerhöhung vorhergesagt. Ein Teil davon dürfte darauf zurückzuführen sein, dass das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern zuletzt sehr gut war. Sprich: Es gibt mehr Menschen, die in die Rentenkassen einzahlen, als solche, die Renten beziehen.

Renten steigen um mehr als drei Prozent

Dieses Verhältnis wird durch den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor ausgedrückt. Im kommenden Jahr trage der Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,62 Prozent zur Erhöhung der Renten bei, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Gutachten des Sozialbeirats der Bundesregierung.

Heil pocht auf langfristige Rentengarantie in dieser Wahlperiode
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Im Sozialbeirat sind Spitzenvertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie Wissenschaftler vertreten.

Der CDU-Arbeitsmarktexperte Peter Weiß sagte der dpa: „Es ist eine Überraschung, dass erneut mehr Menschen in Arbeit gegangen sind als in Rente.“ Der Grund sei die „sagenhafte wirtschaftliche Dynamik“ in Deutschland.

Die Renten werden im kommenden Jahr in Deutschland um mehr als drei Prozent steigen. Die genaue Höhe kann aber erst 2019 berechnet werden. Das bekräftigten die Sozialpartner auch in ihrem Gutachten.

Für viele deutsche Rentner bringt 2019 noch andere Veränderungen: 48.000 Rentner müssen 2019 plötzlich Steuern zahlen.

Schlechte Aussichten für 2026

Der Nachhaltigkeitsfaktor wirkte auch schon in den vergangenen Jahren positiv auf die Rentenhöhe. Er soll in schwierigen Zeiten finanzielle Probleme für die Rente abmildern.

Laut des Gutachtens ist es damit aber in einigen Jahren vorbei. „Ab dem Jahr 2026 (...) wird der Nachhaltigkeitsfaktor nach den aktuellen Berechnungen aber die Rentenanpassungen deutlich dämpfen», heißt es dort. (dpa/sdo)