Luftfahrt

Emirates rettet A380 vor dem Aus

Hamburg. Der Eklat ist rund zwei Monate her. Auf der Dubai Air Show stand das Topmanagement von Airbus bereit, um einen Kaufvertrag über Dutzende A380-Maschinen mit Emirates zu unterzeichnen und bekannt zu geben. Kurz vor dem Pressetermin platzte der Kontrakt. Die Fluglinie aus Dubai habe eine Garantie verlangt, dass Airbus das größte Passagierflugzeug der Welt langfristig weiterbaut, hieß es.

Nun hat Emirates sein Ziel erreicht. Die Airline bestellte 20 A380 fest und vereinbarte eine Option auf weitere 16 Stück, teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit. „Diese Bestellung unterstreicht die Bereitschaft von Airbus, den Airbus A380 für mindestens zehn weitere Jahre zu produzieren“, sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy, der Emirates-Chef Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum für die kontinuierliche Unterstützung beim A380 dankte. Laut Preisliste hat die Order ein Volumen von rund 16 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro), allerdings sind hohe Preisnachlässe in der Branche üblich. Die Börse reagierte positiv. Die Aktie notierte am Mittag bei 92,47 Euro – so hoch wie nie zuvor.

Der A380 stand kurz vor dem Aus. Seit 2015 ging bis gestern kein neuer Auftrag mehr für den Jet ein. Seit Monaten war klar, dass nur eine neue Order von Emirates das Flugzeugprogramm retten konnte. Emirates ist der mit Abstand größte Kunde des Flugzeugs, das von der Fluglinie meist mit rund 500 Sitzen geflogen wird. Die Airline bestellte nun 162 der insgesamt georderten 337 Maschinen. 101 A380 sind derzeit in der Flotte. „Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass der A380 ein Erfolg für Emirates war und ist“, sagte Al Maktoum. So trug die Maschine maßgeblich zum Aufstieg zu einer der größten Fluggesellschaften der Welt bei. Die Dubaier nutzten sie, um den heimischen Flughafen zu einer Drehscheibe zwischen Europa, Afrika und Asien zu machen. Viele Reisende steigen dort um.

„Der A380 ist erst einmal gerettet“, sagt der Hamburger Flugzeugexperte Heinrich Großbongardt. Es sei aber die Frage, ob der Vertrag nicht ein Abschiedsgeschenk für Leahy sei – bezahlt mit ordentlich Rabatt. Der 67-Jährige ist seit 1994 Verkaufschef von Airbus. In dieser Zeit hat er gut 16.000 Jets für mehr als eine Billion Dollar laut Listenpreisen verkauft. Der US-Amerikaner verteidigte stets den Flieger. Am Montag sagte er, dass der A380 ein Flugzeug sei, dessen Zeit noch kommen werde, weil sich der Luftverkehr alle 15 Jahre verdoppele. Ob die Fluglinien dann auf den A380 zurückgreifen, bezweifelt Großbongardt aber: „Die neue Generation der Flugzeuge wie der A350-1000 und die Boeing 777-9 ist einfach wirtschaftlicher.“ Der A380 sei technologisch auf dem Stand von vor 20 Jahren.