Berlin

Mieten in Deutschland: Der große Vergleich

Ob in Berlin-Mitte, München-Schwabing oder im Frankfurter Westend: Die Mieten in Großstädten steigen seit Jahren. Unsere Mieten-Skyline zeigt, wo die höchsten Preise verlangt werden – und welche Viertel sich Normalverdiener kaum noch leisten können

Berlin.  In keiner deutschen Großstadt sind die Mieten mittlerweile für Normalverdiener so unerschwinglich wie in Berlin. Das hat eine eigene Analyse der Angebotsmieten in 79 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern ergeben. Untersucht wurden deren 1375 Postleitzahlbereiche. Die Auswertung zeigt damit neben den mittleren Preisen auch die Mietpreisverteilung innerhalb der Stadtgebiete auf – als Mieten-Skyline.

In jedem zehnten der untersuchten Postleitzahlgebiete können sich Durchschnittsverdiener das Wohnen eigentlich nicht mehr leisten. Denn: Der Mieter müsste dort mehr als ein Drittel seines Einkommens für die Warmmiete aufwenden. Dabei sind Stromkosten noch nicht enthalten. Die meisten dieser kaum noch bezahlbaren Viertel liegen in Berlin – in 53 Postleitzahlbereichen. Auch die Top 5 der hierzulande für Durchschnittsverdiener unerschwinglichen Postleitzahlbereiche liegen in der Hauptstadt.

Zwar führt München mit einem Mittelwert von 15,20 Euro pro Quadratmeter die Rangliste bei Kaltmieten an, während Berlin mit neun Euro im Städtevergleich Platz 22 belegt. Doch die Mietpreisspanne geht innerhalb der Hauptstadt weit auseinander. In Berliner Innenstadtvierteln sind die Mieten deutlich schneller gestiegen. So kletterten sie im Brunnenviertel (13355 Berlin-Gesundbrunnen) zwischen 2012 bis 2016 sogar um zwei Drittel – ein Spitzenwert in Deutschland. Die Entwicklung der Einkommen konnte da nicht Schritt halten. Während in München ein Einwohner ein durchschnittliches Haushaltseinkommen von 2137 Euro im Monat zur Verfügung hat, müssen die Berliner mit nur 1537 Euro auskommen – also 600 Euro weniger.

Nirgendwo in Deutschland müssen Menschen mehr als 40 Prozent vom durchschnittlichen Haushaltseinkommen für die Miete ausgeben – außer in fünf Berliner Vierteln: Sie liegen alle im Zentrum (10178, 10117, 10119, 10785 und 10115 Berlin). Gemessen am ortsüblichen Einkommen und der durchschnittlichen Wohnfläche für jeden Einwohner ist die Gegend um den Hackeschen Markt (10178) am teuersten – hier liegt die Miete bei 42 Prozent des Berliner Durchschnittseinkommens. In München sind Mietwohnungen in jedem dritten Postleitzahlbereich für Normalverdiener kaum zu bezahlen, in Frankfurt sogar in jedem zweiten. Doch geradezu unerschwingliche Mieten gibt es nicht nur in Millionenstädten, sondern auch in Potsdam (in vier Postleitzahlgebieten), in Leipzig (2) und Rostock (1).

Die Mietpreise, die der Auswertung zugrunde liegen, stammen vom Immobilien-Dienstleister CBRE und basieren auf Daten von Empirica-Systeme. Es handelt sich um mittlere Kaltmieten pro Monat und Quadratmeter für 2016 angebotene Wohnungen. Sie enthalten nur Werte für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Die Mietskyline aller 79 Großstädte und Angaben zur Methodik finden Sie unter: https://interaktiv.morgenpost.de/mieten-grossstaedte-deutschland/