Brüssel

EU verlangt 110 Millionen Euro Strafe von Facebook

Brüssel.  Die EU-Kommission bestraft Facebook mit einer Buße von 110 Millionen Euro für unkorrekte Angaben bei der Übernahme des Nachrichten-Übermittlers WhatsApp. Die Brüsseler Wettbewerbs-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte per Twitter, Facebook habe zu dem Deal 2014 "falsche/irreführende Informationen" geliefert. Nach den Feststellungen der Brüsseler Wettbewerbshüter hat der US-Konzern damit das Prüfverfahren unzulässig zugunsten der Transaktion beeinflusst. Die Genehmigung der Übernahme soll aber nicht rückgängig gemacht werden.

Es geht um die Verknüpfung von Benutzerdaten. Facebook hatte seinerzeit erklärt, ein Abgleich der Daten beider Firmen sei technisch nicht machbar. Diese Darstellung erleichterte die Freigabe der Fusion durch die Kommission. Doch zwei Jahre später stellte sich heraus, dass die Telefonnummern der WhatsApp-Kunden sehr wohl mit Facebook-Profilen verknüpft werden können – hilfreich bei gezielter Werbung.

"Die heutige Entscheidung ist ein klares Signal an die Unternehmen, dass sie sich an alle Punkte der Fusionsregeln halten müssen, auch an die Verpflichtung zu korrekter Information", erklärte Vestager. Ihr Haus brauche akkurate Angaben, um Wettbewerbsfälle angemessen beurteilen zu können. Die Buße sei "angemessen und abschreckend". Der EU-Strafrahmen sieht für solche Fälle Bußgelder bis zu einem Prozent des Jahresumsatzes vor.

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