Währung

Bundesbürger horten noch immer D-Mark im Milliardenwert

Auch fast 15 Jahre nach ihrem Aus findet sich die D-Mark noch in vielen deutschen Haushalten. Ein Umtausch ist noch immer möglich.

Bei der Bundesbank können alte D-Mark-Scheine unbefristet in Euro umgetauscht werden.

Bei der Bundesbank können alte D-Mark-Scheine unbefristet in Euro umgetauscht werden.

Foto: Boris Roessler / dpa

Frankfurt/Main.  Knapp 15 Jahre nach der Euro-Bargeldeinführung sind immer noch D-Mark im Milliardenwert im Umlauf. Ende November waren nach Angaben der Deutschen Bundesbank 167 Millionen Scheine und 23,5 Milliarden Münzen nicht zurückgegeben. Sie haben einen Gesamtwert von 12,73 Milliarden Mark (6,51 Milliarden Euro). Pro Jahr würden im Schnitt 100 Millionen D-Mark in Euro gewechselt – so auch in diesem Jahr.

„Wir gehen davon aus, dass weiter D-Mark umgetauscht werden. Es werden aber nie alle noch ausstehenden Banknoten und Münzen zurückgegeben werden“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der Deutschen Presse-Agentur. Teilweise dürfte das Geld verloren gegangen oder für immer zerstört worden sein. Auch die „Welt am Sonntag“ berichtete, dass viele Deutsche noch D-Mark horten.

Nostalgische Gründe und zufällige Funde

Immer wieder tauchen Scheine und Münzen der Bundesbank zufolge durch Zufall auf – zum Beispiel bei Haushaltsauflösungen oder Renovierungsarbeiten. Einen Teil des Geldes dürften die Bundesbürger auch aus nostalgischen Gründen aufbewahren, ein Teil befindet sich vermutlich im Ausland.

Bei der Bundesbank kann die D-Mark unbefristet in Euro gewechselt werden. Das ist jedoch nicht in allen Ländern des gemeinsamen Währungsraumes der Fall. So sind die Fristen beispielsweise in Frankreich und Italien für Franc und Lira bereits abgelaufen – ein gutes Geschäft für den Fiskus. Das bis dahin nicht umgetauschte Geld schlug in der Bilanz der Notenbank als Gewinn zu Buche, der an den Staat floss. (dpa)