Preisabsprachen

Chinesische Regierung will US-Autohersteller bestrafen

Wegen Preisabsprachen will die chinesische Regierung einen US-Autobauer bestrafen. Eine Reaktion auf Donald Trumps Taiwan-Äußerungen?

Der chinesische Automarkt ist vor allem für die US-Marken General Motors und Ford wichtig. Gegen welchen Hersteller sich die Strafen richten werden, hat die chinesische Führung nicht gesagt.

Der chinesische Automarkt ist vor allem für die US-Marken General Motors und Ford wichtig. Gegen welchen Hersteller sich die Strafen richten werden, hat die chinesische Führung nicht gesagt.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Shanghai.  Inmitten der Verstimmungen zwischen den USA und China wegen Äußerungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump kündigt China eine Strafe gegen einen US-Autohersteller an. Bei Untersuchungen sei herausgefunden worden, dass ein US-Autobauer seinen Vertrieb seit 2014 zu Preisabsprachen angewiesen habe, sagte ein ranghoher Mitarbeiter der staatlichen Planungsbehörden der Zeitung „China Daily“.

Den Namen des US-Konzerns nannte der Sprecher nicht. Wegen der Absprachen werde China schon bald eine Strafe gegen das Unternehmen wegen eines monopolistischen Verhaltens verhängen. Auf dem weltgrößten Auto-Markt sind unter anderem die US-Firmen General Motors und Ford präsent. Niemand sollte aber etwas falsches in den Zeitpunkt oder das Ziel der Strafankündigung hineininterpretieren, sagte der Behörden-Mitarbeiter.

Für Peking ist Taiwan eines der heikelsten Themen

Trump hatte vor wenigen Tagen die sogenannte Ein-China-Strategie der USA in Frage gestellt. Die Regierung in Peking hatte darauf besorgt reagiert. Die USA vertreten offiziell die Position, dass Taiwan Teil Chinas ist. Für die Regierung in Peking ist dies eines der heikelsten Themen überhaupt.

Sie betrachtet Taiwan bis heute als abtrünnige Provinz. Anfang Dezember hatte Trump mit der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing Wen telefoniert. Es war der erste derartige Kontakt zwischen einem gewählten oder einem amtierenden US-Präsidenten und einem taiwanischen Staatsoberhaupt seit fast 40 Jahren.

Trump kritisiert China auch in anderen Punkten

Trump hat die chinesische Regierung zudem in anderen Punkten kritisiert, etwa bei deren Umgang mit dem Wechselkurs der Landeswährung Yuan, ihrem Vorgehen im Südchinesischen Meer oder ihren Beziehungen zum ebenfalls kommunistischen Nordkorea. (rtr)