Supermärkte

Zukunft von Kaiser’s Tengelmann weiterhin ungewiss

Die Beschäftigten von Kaiser’s-Tengelmann hatten auf eine rasche Einigung im Übernahme-Poker gehofft. Aber die Gespräche verlaufen zäh.

Darf Edeka Kaiser’s-Tengelmann schlucken? Wohl nur, wenn auch Rivale Rewe ein Stück vom Kuchen abbekommt. Die Verhandlungen ziehen sich seit Wochen hin.

Darf Edeka Kaiser’s-Tengelmann schlucken? Wohl nur, wenn auch Rivale Rewe ein Stück vom Kuchen abbekommt. Die Verhandlungen ziehen sich seit Wochen hin.

Foto: Oliver Berg / dpa

Mülheim/Ruhr.  Die Zukunft der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann ist weiter ungewiss. Die Verhandlungen zwischen Edeka und Rewe über eine Aufteilung der Filialen der angeschlagenen Supermarktkette wurden am Montag erneut vertagt, wie am Abend aus Verhandlungskreisen zu hören war. Ursprünglich war ein Durchbruch bis zum vergangenen Freitag angestrebt worden. Nun soll am Mittwoch weiter verhandelt werden.

Die über 15.000 Beschäftigten der tiefrote Zahlen schreibenden Supermarktkette erhoffen sich einen Kompromiss der Rivalen Rewe und Edeka. Anderenfalls droht der Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen. Doch lagen die Verhandlungspositionen der Handelsriesen anfangs weit auseinander. Auch ein Scheitern der Gespräche sei nicht mehr ausgeschlossen, hatten informierte Kreise noch am Montagmorgen gewarnt.

Ohne Einigung keine Fusion

Im Zentrum der Gespräche steht nach dpa-Informationen die geplante Übernahme von Kaiser’s-Tengelmann-Filialen durch Rewe in Berlin. Dabei müssen sich die Parteien auf eine Liste von Standorten und auf einen Kaufpreis einigen. Die Abgabe der Filialen ist Teil der Schlichtungsvereinbarung, die den Weg für eine Übernahme der Kette durch Edeka frei machen soll. Über den konkreten Inhalt des Interessenausgleichs wurde Stillschweigen vereinbart.

Erst nach einer abschließenden Einigung wird damit gerechnet, dass Rewe mit der Rücknahme seiner Beschwerde gegen die Ministererlaubnis den Weg für eine Fusion von Edeka mit Kaiser's Tengelmann endgültig frei macht. Kaiser's Tengelmann beschäftigt heute in gut 400 Filialen in München und Oberbayern, im Großraum Berlin und im Rheinland noch rund 15.000 Mitarbeiter.

Rewe-Beschwerde gegen Ministererlaubnis

Die Komplettübernahme durch Edeka hatte das Kartellamt untersagt, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hebelte dies durch seine Sondererlaubnis aus. Dagegen hatte Rewe Beschwerde eingelegt und den Deal vor Gericht zunächst gestoppt. (dpa)