„Think different“, wirbt Apple. Und muss sich nun ausgerechnet von einem chinesischen Unternehmen vorwerfen lassen, nicht anders gedacht, sondern kopiert zu haben. Das Design des iPhone 6 und iPhone 6 Plus soll von einem chinesischen Smartphone kopiert sein. In Peking läuft ein entsprechendes Verfahren, das zu einem Verkaufsverbot führen könnte – oder dazu, dass Apple sich freikauft.

Bei dem Handy, dessen Design Apple in Teilen kopiert haben soll, handelt es sich um das Modell 100c der Marke 100+ (100jia). Hinter der Klage steckt einem Bericht der „Peking Morningpost“ (chinesisch) zufolge eine Baili Marketing Service Inc. Das chinesische Unternehmen war mit seinem Anliegen bei der Behörde für den Schutz geistigen Eigentums erfolgreich, das Pekinger Amt habe hat aufgrund der optischen Nähe Verwechslungsgefahr gesehen. Apple verletze das Patent ZL201430009113.9. Das US-Unternehmen habe aber Beschwerde eingelegt.

Wie die Seite „Winfuture“ berichtet, ist das Gerät in China im April 2014 zugelassen worden, rund ein halbes Jahr vor der Präsentation von iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Die Entscheidung hätte zunächst nur Auswirkungen im Zuständigkeitsbereich der Pekinger Behörden. Sie könnte aber Signalwirkung für mögliche weitere Rechtsstreitigkeiten in anderen chinesischen Provinzen haben.

2012 hatten chinesische Behörden bereits einmal den Verkauf der iPads gestoppt, weil ein taiwanesisches Unternehmen Rechte an dem Namen geltend gemacht hatte. Nachdem Apple 60 Millionen Dollar (53 Millionen Euro) zahlte, war der Streit beigelegt. (law)