Mobilität

Bahnchef Grube will bald selbstfahrende Autos anbieten

In einem Interview träumt Rüdiger Grube von selbstfahrenden Autos als Angebot für Bahnkunden. Für ihn ist das nicht nur Zukunftsmusik.

Defintiv kleiner als ein Regional Express: Der Prototyp des „Self-driving vehicle“ von Google.

Defintiv kleiner als ein Regional Express: Der Prototyp des „Self-driving vehicle“ von Google.

Foto: Google / dpa

Berlin.  Rüdiger Grube will zukünftig offenbar selbstfahrende Autos als Ergänzung zur Beförderung mit der Bahn anbieten. Wie der Chef der Deutschen Bahn in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ sagte, arbeite der Konzern an neuen Mobilitätskonzepten. Angesichts des Wandels müsse die Bahn autonom fahrende Autos mit in ihr Portfolio aufnehmen, sagte Grube. „Auch wir (...) werden mit Sicherheit in Zukunft Flotten mit fahrerlosen Autos betreiben.“ Die Bahn verkaufe Reisezeit als „Qualitätszeit“ – ein Argument, das bei autonomem Fahren auch für andere Verkehrsmittel gelte. Das sei eine Bedrohung, wenn die Deutsche Bahn selbst nichts unternehme, so Grube. Bereits heute unternehme die Bahn große Anstrengungen zur intelligenten Verknüpfung der Verkehrsmittel.

Auch auf den Schienen sieht Grube das automatisierte Fahren kommen: „Die Aufgaben des Lokführers und des Fahrdienstleiters werden in Zukunft immer mehr verschmelzen.“ Züge könnten in ein bis zwei Jahrzehnten aus der Betriebszentrale gesteuert werden.

Selbstfahrende Autos werden intensiv getestet, insbesondere im Silicon Valley in Kalifornien. Mehrere Hersteller und IT-Unternehmen probieren dort aus, ob und wie die kleinen Technikwunder im öffentlichen Verkehr bestehen. Die Fahrzeuge lenken, bremsen und beschleunigen von allein – zumindest in der Theorie.

Autonomes Fahren nicht sicher

Tatsächlich kommt es dabei immer wieder beinahe zu Unfällen, die nur durch das Eingreifen des Menschen verhindert werden können, wie ein Bericht des Department of Motor Vehicles (DMV) Mitte Januar offenbarte. Demnach haben sieben Hersteller ihre Unfallstatistiken für die Erhebung vorgelegt, darunter Google. Der Konzern feilt seit Jahren am autonomen Auto.

Dessen Deutschlandchef Philipp Justus stand neben Grube der „Wirtschaftswoche“ Rede und Antwort „Es wird eine Vielfalt von Bewegungsmöglichkeiten geben“, orakelte Justus über die Zukunft der Fortbewegung. „Die Frage wird sein: Wie komme ich am besten, bequemsten, sichersten und schnellsten ans Ziel.“

Neben dem IT-Konzern und verschiedenen US-Autoherstellern testen auch deutsche Marken autonom fahrende Fahrzeuge, darunter BMW, Mercedes und VW. (law/she)