Wirtschaft

Wirtschaft in Berlin wächst schneller als in anderen Ländern

Dienstleistungsbranchen sind weiterhin der Konjunkturmotor

Berlin und Brandenburg gehören zu den vier wachstumsstärksten deutschen Bundesländern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in Berlin im Jahr 2015 um 5,4 Prozent gestiegen – genauso stark wie im Land Baden-Württemberg. In Brandenburg lag die Steigerung bei 4,7 Prozent, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt. Preisbereinigt lagen die Wachstumsraten in Berlin mit 3,0 Prozent auf Rang zwei und in Brandenburg zusammen mit Bremen mit 2,7 Prozent auf Rang drei im Ländervergleich. Die Berliner Konjunktur wuchs damit fast doppelt so stark wie die nationale Wirtschaft (1,7 Prozent).

Der am Mittwoch von der Senatswirtschaftsverwaltung vorgelegte Konjunkturbericht erwartet für 2016 ein preisbereinigtes Wachstum von 2,5 Prozent. „Hierfür sprechen vor allem die starken Binnenkräfte in der wachsenden Stadt Berlin, in der es eine deutliche Zunahme der Einwohner- und Beschäftigtenzahlen gibt“, erklärte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU).

Auch im Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre verzeichnet Berlin eine hohe Wachstumsrate. Preisbereinigt wuchs das BIP in diesem Zeitraum um durchschnittlich 0,8 Prozent pro Jahr (Brandenburg: 1,6 Prozent). Seit 1996 wurden die Wachstumsraten des vergangenen Jahres in Berlin viermal übertroffen.

„Unser Konjunkturmotor ist der Branchenmix aus starkem Dienstleistungsbereich, Handel und Tourismus sowie dem stabilen produzierenden Gewerbe“, kommentiert Yzer die Zahlen. Das preisbereinigte Branchenwachstum lag mit 3,9 Prozent im Dienstleistungsbereich am höchsten. Unter dieser Rubrik werden Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Informations- und Kommunikationsunternehmen zusammengefasst. Als einziger Wirtschaftsbereich im Land Berlin schrumpft die Fischerei, Land- und Forstwirtschaft (minus 2,6 Prozent).

„Das Wirtschaftswachstum in Berlin und Brandenburg übertrifft alle Erwartungen. Die Hauptstadtregion ist das Powerhouse der Republik“, kommentierte Andreas Fleischer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) die Zahlen. Die Unternehmen der Region seien bestens aufgestellt.

Christian Wiesenhütter, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), sagte: „In den vergangenen zehn Jahren ist die wirtschaftliche Leistung Berlins um 23 Prozent gestiegen – keinem anderen Bundesland ist Ähnliches gelungen.“ Trotz dieser positiven Zahlen sieht die IHK Handlungsbedarf. Denn das produzierende Gewerbe leistete nur einen Beitrag von 0,1 Prozentpunkten zum preisbereinigten Gesamtwachstum von drei Prozent. „Worauf wir achten müssen, ist, die industrielle Basis unserer Stadt weiter auszubauen. Denn der Wachstumsbeitrag der Industriebetriebe ist nach wie vor steigerungsfähig“, erklärte Wiesenhütter.