Zinstief

Sparkassen schaffen kostenlose Girokonten ab

Die EZB hat die Zinsen zementiert - das zwingt Deutschlands Sparkassen zum Gegensteuern. Die Institute drehen an der Gebührenschraube.

Niedrige Zinsen und teure Regulierung machen Deutschlands Sparkassen zu schaffen

Niedrige Zinsen und teure Regulierung machen Deutschlands Sparkassen zu schaffen

Foto: dpa

Sparkassen-Kunden müssen sich auf höhere Gebühren einstellen. Das Zinstief zwingt Deutschlands Sparkassen zur Kostensenkung. „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, am Dienstag in Frankfurt. Alle Marktteilnehmer müssten angesichts der „falschen Zinspolitik“ der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Ertragsquellen erschließen.

Die EZB hatte den Leitzins im Euroraum am Donnerstag auf null gesenkt. Strafzinsen, die die EZB für geparkte Gelder von Banken verlangt, wird die Branche nach Fahrenschons Einschätzung zunehmend an gewerbliche Kunden mit hohen Einlagen weiterreichen.

Die Sparkassen stellen sich auf härtere Zeiten ein - und drücken die Kosten. Bereits im vergangenen Jahr seien gut 6400 freigewordene Stellen nicht wieder besetzt worden, sagte Fahrenschon. "Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird." Ende vergangenen Jahres beschäftigten die Institute rund 233.700 Mitarbeiter.

Die Zahl der Sparkassen-Zweigestellen und Filialen fiel im vergangenen Jahr um rund 400 auf 14.450, die Zahl der Sparkassen um acht auf 409 Institute. "Natürlich findet eine Anpassung statt - und sie orientiert sich an den Kundenbedürfnissen", sagte Fahrenschon. "Wir werden auch 2016 ein paar Sparkassen weniger sehen."