Kommt es zur Megafusion auf dem Spielzeugmarkt? Die US-Branchenriesen Hasbro und Mattel sollen über einen Zusammenschluss gesprochen haben. Eine Hochzeit der beiden mit Abstand größten US-Spielzeughersteller könnte Mattels Traditionsmarken von Barbie über Hot Wheels bis hin zu Fisher-Price und Matchbox mit Hasbros Klassikern wie Transformers, Monopoly, Furby und darüber hinaus die Actionfiguren von Marvel und „Star Wars“ unter ein Dach bringen. Die Ausmaße wären gigantisch: Gemeinsam würden Mattel und Hasbro auf einen Börsenwert von gut 20 Milliarden Dollar kommen und die Konkurrenz damit weit hinter sich lassen.
Die US-Spielzeugriesen hatten in den letzten Jahren wenig zu feiern, deshalb könnten sie mit vereinten Kräften stärker sein. Hasbro sei Ende 2015 an Mattel herangetreten, um die Chancen für eine Verschmelzung auszuloten, hatte der Finanzdienst Bloomberg vergangene Woche berichtet. So soll es mehrere Gespräche gegeben haben. Vor 20 Jahren war schon einmal über eine Fusion verhandelt worden.
Angebotspalette passt gut zusammen
Zu den neuen Spekulationen wollten sich die Unternehmen bislang nicht konkret äußern. Doch zumindest die Angebotspalette scheint gut zusammen zu passen. Auch wenn die Grenzen inzwischen etwas verschwommen sind, galt Mattel mit Barbie, American Girl und Co traditionell lange eher als Anbieter für Mädchen, während sich Hasbro mit Comic-Helden wie G.I. Joe, oder der Spielzeugpistolen-Marke Nerf („Super Soaker“) stärker auf Produkte für Jungs konzentrierte.
Insgesamt floriert das Geschäft mit Spielwaren: Daten des Markforschers NPD Group zeigen, dass der Umsatz in den USA im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 19,45 Milliarden Dollar gestiegen ist. Doch Hasbro und Mattel, die gemeinsam mit dem dänischen Rivalen Lego auch den Weltmarkt dominieren, tun sich trotzdem schwer. Bei Mattel sank der Umsatz 2015 um fünf Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar.
Sorgenkind war vor allem Barbie, deren Verkäufe um weitere zehn Prozent zurückgingen. Von 2012 bis 2014 war der Absatz bereits um 20 Prozent gesunken. Die meistverkaufte Spielzeugfigur der Geschichte kämpft mit Konkurrenz durch Prinzessinen aus dem Disney-Imperium. Allerdings hat Mattel in die Trickkiste gegriffen: Neue Varianten der berühmten Puppe, die es nun nicht mehr nur mit ultraschlanker Model-Figur, sondern auch als „kurvig“, „groß“ und „klein“ gibt, sollen den 56 Jahre alten Klassiker wieder nach vorne bringen.
Mattel-Aktie im Aufwind
An der Börse wurden die neuen Barbies bereits gefeiert – seit Jahresbeginn hat die Aktie von Mattel um 17 Prozent zugelegt. Hasbro wiederum füllte der „Star Wars“-Film „Das Erwachen der Macht“ zum Jahresende 2015 die Kassen.. Im Weihnachtsquartal kletterte der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern am Montag mitteilte.
Vor allem die Lizenzen für Fanartikel zu den Blockbustern wie“Star Wars“ oder dem Dinosaurier-Spektakel „Jurassic World“ zahlten sich aus. In der Sparte für Jungs-Spielzeug, in die Action-Figuren zu den Filmen fallen, legten die Verkäufe um 35 Prozent zu. Unter dem Strich stieg der Gewinn um gut drei Prozent auf 175,8 Millionen Dollar. 2015 gelang es Hasbro zudem, Konkurrent Mattel die lukrativen Rechte für die Disney-Prinzessinen abzujagen - inklusive der Puppen zum Verkaufsschlager „Frozen: Die Eiskönigin“.
Ob die Kartellwächter grünes Licht für eine Fusion geben würden, ist ungewiss. Angesichts der massiven Marktmacht, die Hasbro und Mattel gemeinsam hätten, dürften die Wettbewerbshüter Bedenken haben. So bleibt erst einmal fraglich, ob die Transformers und Barbie bald zusammen Monopoly spielen.


