Ab Januar 2016 wird Volkswagen Hunderttausende Autos in die Werkstätten zurückrufen, um die von Abgasmanipulationen betroffenen Autos zu reparieren. Bisher hatte es geheißen, dass ein Austausch der Software ausreiche. Dem widerspricht nun eine Meldung des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), nach der an 540.000 Autos auch technische Reparaturen anstehen.

Demnach könnten auch Bauteile ausgetauscht oder umgebaut werden. Die Rahmenbedingungen für diese Hardware-Änderungen sollen den betroffenen Wagenhaltern von Volkswagen mitgeteilt werden.

Insgesamt 2,4 Millionen Fahrzeuge betroffen

Hintergrund ist der vom KBA angeordnete verbindliche Rückruf für insgesamt 2,4 Millionen Fahrzeuge, der Anfang 2016 beginnen soll. Dabei geht es um verschiedene Modelle. VW hatte bereits mitgeteilt, dass für Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen reichen sollen. Bei anderen Modellen sind darüberhinaus Anpassungen in der Motortechnik nötig – also Eingriffe nicht nur über die Programmierung.

Mitte Oktober hatte das KBA Volkswagen zu der zunächst als freiwillig geplanten Rückrufaktion verpflichtet. Europaweit sind insgesamt etwa 8,5 Millionen Dieselautos von der Affäre um geschönte Stickoxid-Emissionswerte betroffen, weltweit rund 11 Millionen. Die Großaktion soll laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Januar starten und dürfte sich bis zum Jahresende hinziehen.

VW stellt Milliarden Euro zurück

Der Skandal hatte sich in der vorigen Woche noch ausgeweitet: VW teilte mit, dass es auch beim Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid (CO2) „Unregelmäßigkeiten“ gab. Unter den 800.000 Fahrzeugen mit falschen CO2-Werten sind nach Informationen Dobrindts auch 98.000 Benziner. „Sowohl das Vorgehen, das zu diesen Ergebnissen geführt hat, als auch die Ergebnisse selber sind inakzeptabel“, sagte er. (dpa)