Codeshare

Bundesregierung gewährt Air Berlin und Etihad Schonfrist

Etihad war wegen der Codeshare-Flüge mit Air Berlin vor Gericht. Nach einer einstweiligen Verfügung gab der Bund nach - ein bisschen.

Im Streit um Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad können die Fluggesellschaften erst einmal durchatmen. Die Bundesregierung genehmigte die umstrittenen gemeinsam vermarkteten Flüge der Air Berlin und ihres arabischen Partners Etihad bis Mitte Januar. Die 31 strittigen Strecken „werden Etihad Airways letztmalig und befristet bis zum 15.01.2016 ermöglicht“, teilte eine Sprecher am Freitagabend mit. Zur Begründung hieß es, es sollten keine Nachteile für Passagiere entstehen, die bereits Tickets gekauft haben. Die Fluggesellschaften hätten nun Zeit, eine organisatorische Lösung zu finden. Die Verbindungen sind aus Sicht des Ministeriums nicht durch das Luftverkehrsabkommen Deutschlands mit den Vereinigten Arabischen Emiraten gedeckt.

Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Braunschweig das Luftfahrtbundesamt (LBA) verpflichtet, Etihad den Winterflugplan für Fluglinien- und Code-Share-Dienste befristet bis zum 8. November 2015 zu genehmigen, wie Gerichtspräsident Wolfgang Bartsch am Freitagnachmittag sagte.

Die arabische Airline hatte eine einstweilige Verfügung beantragt, um die gemeinsamen Flüge mit Air Berlin zu schützen. Der Winterflugplan beginnt bereits am Sonntag.

Eine Fluglinie am Abgrund - der Kommentar

Die Airline aus Abu Dhabi könne nicht länger warten, bis die deutsche Regierung eine Entscheidung fällt, ob die Codeshare-Flüge mit Air Berlin erlaubt werden, hatte Etihad zuvor mitgeteilt. Bei diesen Verbindungen erhalten Air-Berlin-Verbindungen eine Flugnummer von Etihad. Im Winterflugplan will Air Berlin mit Etihad 65 Codeshare-Flüge anbieten. Die Beamten des Verkehrsministeriums zweifeln 29 davon an.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums hatte noch am Mittag gesagt: "Die Gespräche mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Codeshare-Flügen (...) sind bisher ohne Ergebnis verlaufen." Der Vertrag zwischen Deutschenland und den Vereinigten Arabischen Emiraten erlaube nicht alle der von Etihad beantragten Codeshare-Flüge. Sein Ministerium sei für weitere Gespräche offen. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums erklärte: "Wir wünschen uns eine einvernehmliche Lösung."