Frankfurt/Main

Lufthansa-Tochter Eurowings soll mit Easyjet fliegen

Frankfurt/Main.  Lufthansa-Chef Carsten Spohr bringt eine Zusammenarbeit der konzerneigenen Billigfluglinie Eurowings mit dem britischen Rivalen Easyjet ins Spiel. „Wir können aktiv mit anderen Airlines kooperieren, und Easyjet hat schon häufig Interesse daran bekundet, mit der Lufthansa-Group zusammenzuarbeiten“, sagte Spohr dem „Spiegel“.

Easyjet hatte bisher angeboten, Zubringerflüge zu Lufthansa-Langstreckenflügen zu übernehmen. Dies kommt für die Deutschen aber nicht infrage, unter anderem weil Passagiere ihr Gepäck nach dem Easyjet-Flug abholen und nochmals bei Lufthansa aufgeben müssten. Nun eröffnet Spohr eine andere Möglichkeit: Mit der Zusammenarbeit von Easyjet und Eurowings könnte die Lufthansa der erst im Aufbau befindlichen Tochter auf einen Schlag zu einer kritischen Größe auf dem europäischen Flugmarkt verhelfen.

Easyjet wollte sich zu den Avancen nicht direkt äußern. Die Fluggesellschaft suche stets nach Wegen, um ihr Streckennetz zu erweitern, ohne den Betrieb teurer oder komplexer zu machen, sagte ein Firmensprecher. Mit Easyjet flogen 2014 mehr als 65 Millionen Passagiere. Damit sind die Briten die zweigrößte Billigfluggesellschaft in Europa nach der irischen Ryanair. Eurowings hingegen ist noch klein. Zudem kämpfen die mächtigen Lufthansa-Piloten gegen die Konkurrenz im eigenen Haus, weil sie die Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland fürchten – und damit Machtverlust.

Spohr hat mit Eurowings offenbar noch mehr vor: „Wir brauchen eine Konsolidierung im Billigflugmarkt in Europa“, sagte er. Und: Lufthansa werde mit Eurowings schon bald so erfolgreich sein, dass sie in einem Konsolidierungsprozess nicht als Juniorpartner dastehen müsste.