Berlin

Bahn will mit stabilen Fahrpreisen Kunden locken

Spartickets ab 13. Dezember bis kurz vor Abreise buchbar

Berlin. Gute Nachricht für Bahnkunden: Die Deutsche Bahn will ihre Preise im Fernverkehr auch nach dem nächsten Fahrplanwechsel zum 13. Dezember weitgehend stabil halten. Die Ticketkosten bleiben konstant. Auch BahnCards, Sparpreise, Monats- und Jahreskarten sowie Reservierungen werden nicht teurer, kündigte die neue Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr, Birgit Bohle, am Dienstag an. „Damit bleiben 90 Prozent aller Fahrpreise unverändert.“

Es gebe lediglich eine Ausnahme: Auf der neuen Schnellstrecke zwischen Erfurt und Halle/Leipzig, die zu deutlichen Fahrzeitverkürzungen von bis zu 60 Minuten führe, werden sich die Fahrpreise um bis zu sieben Euro je Strecke verteuern. Über diese Route gingen zehn Prozent aller Fahrten im Fernverkehr. Von Berlin aus müssen Kunden nach Erfurt beispielsweise statt bislang 64 dann 71 Euro bezahlen. Dafür verkürze sich die Fahrzeit um 44 Minuten auf 1,49 Stunden, führte Bohle aus. In ICE-Sprinterzügen – wie Berlin–Frankfurt – entfällt unterdessen die Reservierungspflicht und der Aufpreis von 11,50 Euro.

Fahrkarten zum Normalpreis heißen künftig „Flexpreis“

Änderungen ohne finanzielle Auswirkungen gibt es bei der Namensgebung. Tickets zum Normalpreis heißen künftig „Flexpreis“. „Damit stellen wir klar, dass man mit diesen Fahrkarten flexibel jeden Zug wählen kann“, so Bohle. Bei den Sparpreisen versucht die Bahn wiederum noch stärker preisbewusste Kunden zu gewinnen. Die Tickets können künftig noch bis kurz vor der Abfahrt der Züge gebucht werden – bislang mussten sich die Kunden mindestens drei Tage im Voraus für eine Zugbindung entscheiden. „Damit werden wir für Spontanreisende attraktiver.“ Ob sich die Preise im Regionalverkehr erhöhen werden, darüber entscheiden wiederum die Verkehrsverbünde der Länder. Auf kostenloses WLAN in der zweiten Klasse müssen Kunden jedoch noch mindestens bis Mitte 2016 warten, so Bohle. „Es gibt noch kein Startdatum.“

Mit ihrer Preisstabilität reagiert die Deutsche Bahn ganz offensichtlich auf die zunehmende Konkurrenz durch Fernbusse, die durch ihre vergleichsweise günstigen Reisepreise vor allem unter preisbewussten und jüngeren Reisenden immer mehr Kunden gewinnen. Aber auch die Billigflieger, die Tickets teilweise unter den Normalpreisen der Bahn anbieten, sind ernsthafte Konkurrenten. Und selbst das Auto wird angesichts der stark gesunkenen Spritpreise wieder zur stärkeren Konkurrenz der Bahn.

Welchen hohen Stellenwert die Fahrpreise bei der Verkehrswahl haben, zeigt die Wirkung der vielen Sparangebote. „Wir konnten seit Juni die Zahl unserer Kunden um 600.000 erhöhen, das ist ein Plus von 1,9 Prozent“, sagte Berthold Huber, Vorstand Verkehr und Transport. Die Rendite könne angesichts der Vergünstigungen jedoch nicht mit dem Umsatzplus Schritt halten.