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Was die Apple Watch alles kann

Apple will die vernetzte Armbanduhr zum persönlichsten Rechner und zu einem unverzichtbaren Mode-Accessoire machen.

Foto: Stephen Lam / AFP

Apple bringt im April ein neues MacBook und die vernetzte Armbanduhr Apple Watch auf den Markt. Sie ist in Aluminium, Stahl und 18-karätigem Gold verfügbar. Ferner kündigte der Elektronikkonzern bei einer Veranstaltung am Montag in San Francisco die Medizinplattform Research Kit an.

Die Smart Watch ist ein Déjà-vu: Gut 40 Jahre ist es her, seit der Elektronikhersteller Casio digitale Armbanduhren auf den Markt brachte. Sie zeigten nicht nur die Zeit. Die meisten konnten stoppen, verfügten über einen Kompass, einen Höhen- und Tiefenmesser oder einen Taschenrechner. Das waren die ersten Smartwatches. Sie waren klobig und kamen irgendwann aus der Mode.

Persönlichstes Gerät des vernetzten Menschen

Den Smartwatch-Trend will Apple wiederbeleben. Die Armbanduhr soll neben Computer und Smartphone persönlichstes Gerät des vernetzten Menschen werden. Seit dem Siegeszug des Smartphones gibt es eigentlich keinen Grund mehr, eine Uhr am Handgelenk zu tragen: Egal ob Android-, Windows- oder Apple-Smartphone: Jedes Gerät zeigt, was die Stunde geschlagen hat. Uhren waren gestern, es sei denn, sie stammen von Rolex oder Patek Philippe.

Apple ist Spezialist für Lifestyle

Apple sieht sich von Anbeginn als Lifestyle-Produzent: Die weißen iBook sind Legende, der Musikspieler iPod sowieso. Bis heute gehören iPhone und iPad zur Grundausstattung nicht nur der Hipster. Andere Hersteller haben es nie geschafft, diesen Kult zu zelebrieren. Mit der neuen Apple Watch will das Unternehmen diese Position stärken und das Produkt aus der Nische holen. Mitbewerber wie Samsung, Motorola und LG versuchen das mit mäßigem Erfolg zum Teil seit 2013.

Was die neue Smart Watch kann

Apple demonstriert mit ersten Apps den Nutzwert der Uhr: Sie zeigt neben der Zeit Wetter und Kalendereinträge, Kurznachrichten und Mails. Mit ihr lassen sich der Musikspieler des verbundenen iPhone steuern und Telefongespräche führen. Die Uhr verfügt über Apples Sprachassistenten Siri und kann Daten übertragen – von Nachrichten bis zum eigenen Herzschlag. Sie eignet sich zum berührungs- und bargeldlosen Bezahlen, zum Aufzeichnen von Aktivitätsdaten beim Sport, zum Öffnen von Hoteltüren und zum Check-in mit digitalen Tickets.

Was die Uhr kostet

Die Apple Watch kommt in zwei Größen (38 und 42 Millimeter Durchmesser) und in drei Kollektionen am 24. April auf den deutschen Markt: Einstiegsmodell ist die Sport-Kollektion aus Aluminium mit farbigen Armbändern für 399 bis 449 Euro. Die nächsthöhere Kollektion wird aus Stahl gefertigt. Sie kostet je nach Armband zwischen 649 und 1249 Euro. Das Modell aus Gold wird ab 11.000 Euro kosten. Damit könnte Apple die Eintrittskarte in den Club der erstklassigen Modemarken schaffen.

Auch ein neues MacBook am Start

Apple hat sich einmal mehr vorgenommen, auch das Notebook neu zu erfinden. Das neue 12-Zoll-MacBook ist nur 13,1 Millimeter dick, kommt mit einem auflösungsstarken Retina-Display, einem großen Trackpad, einer neuen Technologie für beleuchtete Tasten, einem energiesparenden Prozessor und einer Batterie, die in Schichten aufgebaut ist und dadurch 35 Prozent größer als in Vorgängermodellen sein kann. Das Gerät verbindet sich mit der Außenwelt per USB-C-Standard. Dieser Anschluss dient zum Energie- und Datentransfer. Das Gerät soll 30 Prozent weniger Energie als Vorgängermodelle verbrauchen und bei der Filmwiedergabe aus iTunes bis zu zehn Stunden funktionsfähig bleiben. Es ist ab 10. April erhältlich und wird ab 1449 Euro kosten.

Plattform für medizinische Forschung

Die Medizinplattform Research Kit soll Forschern das Sammeln von Daten bei Langzeitstudien erleichtern und Patienten medizindiagnostische Apps bieten – insbesondere für Krankheiten wie Parkinson, Asthma und Diabetes. Apple versicherte, keine Nutzerdaten zu sammeln und die Softwareumgebung frei zugänglich (Open Source) anzubieten.