Zehntausende Passagiere an drei deutschen Flughäfen müssen sich am Montag auf Verzögerungen einstellen. Im Tarifkonflikt der Sicherheitsbranche rief die Gewerkschaft Ver.di das Sicherheitspersonal an den Airports in Stuttgart, Hamburg und Hannover zu ganztägigen Warnstreiks auf. Die Arbeitgeber bezeichneten die Warnstreiks als ungerechtfertigt.

Berliner Flugreisende sind von dem Streik am Montagmorgen indirekt betroffen. Flughafensprecher Lars Wagner sagte am Vormittag, dass sich zwei bis drei Flieger von Air Berlin aus Stuttgart zwischen 20 und 40 Minuten verspätet hätten. „Das ist für die Betroffenen sehr unangenehm. Uns als Flughafen stellt das aber nicht vor logistische Probleme.“

Der Flug mit der Nummer LH 2039 nach München ist am Morgen komplett gestrichen worden – allerdings nicht wegen Streiks, sondern wegen schlechter Witterung in München.

Allerdings könnten im Lauf des Tages zwischen Berlin und Stuttgart noch 28 Verbindungen von dem Ausstand betroffen sein. Fluggäste sollten sich vor Reiseantritt auf der Seite der Berliner Flughäfen informieren.

Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft in den festgefahrenen Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hamburg und Niedersachsen erhöhen. Die Tarifforderungen sind laut Ver.di je nach Bundesland und Beschäftigtengruppe unterschiedlich und bewegen sich zwischen 0,70 Euro bis 2,50 Euro mehr Lohn in der Stunde.

Die Sicherheitswirtschaft kritisierte die angekündigten Warnstreiks scharf. In Hamburg würden die Verhandlungen am Mittwoch fortgesetzt, und auch in Hannover hätten die Arbeitgeber einen ersten Verhandlungstermin angeboten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes BDSW, Harald Olschok, am Sonntag. Er sprach von „ungerechtfertigten Warnstreiks“ und forderte ein verbindliches Schlichtungsverfahren, bevor Streiks an Flughäfen zulässig seien.

dpa/mim