Recyclingbranche

Recycling-Firma Alba verdient mit Stahlschrott wieder Geld

Das Geschäft mit Stahl- und Metallschrott leidet unter niedrigen Preisen. Die Alba SE in Köln, eine Tochter des Berliner Alba-Konzerns, schaffte im ersten Halbjahr die Wende von Verlust zu Gewinn.

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Schrott und Abfall, das Unternehmen Alba Group lebt von dem, was andere wegwerfen. Wie viel Geld sie verdienen, verraten die Berliner nicht. Allenfalls den Jahresumsatz und die Mitarbeiterzahl veröffentlicht der zweitgrößte deutsche Entsorger nach Remondis im nordrhein-westfälischen Lünen. Die Alba Group ist ein Familienunternehmen und muss derlei Zahlen, anders als börsennotierte Firmen, nicht veröffentlichen. Es gehört den beiden Brüdern Eric und Axel Schweitzer, die die Alba Group auch gemeinsam führen. Einen Hinweis auf die Lage im Unternehmen geben allerdings die Zahlen der Alba SE, die mehrheitlich der Alba Group gehört. Die Firma mit Sitz in Köln, die früher Interseroh hieß, ist börsennotiert.

Im vergangenen Jahr lief es bei der wichtigsten Tochter des Konzerns nicht gut. Der Umsatz schrumpfte um 11,6 Prozent, das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen brach von 68,1 auf 26,2 Millionen Euro ein. Das Unternehmen schrieb mit 43,6 Millionen Euro Verlust sogar rote Zahlen. Alba SE ist vor allem im Metall- und Schrottrecycling tätig – dort waren die Preise eingebrochen. Das hatte auch Folgen für den Mutterkonzern.

Spekulationen über Betriebsverlust der Muttergesellschaft

Alba SE steuerte im vergangenen Jahr 1,7 Milliarden Euro zum Umsatz des Berliner Familienunternehmens von 2,6 Milliarden Euro bei. Das „Manager Magazin“ berichtete kürzlich, der Gesamtkonzern der Schweitzer-Brüder habe 2013 operativ einen Verlust im hohen zweistelligen Bereich ausgewiesen, auch 2014 würden rote Zahlen geschrieben, allerdings werde mit einem geringeren Verlust geplant. Der Konzern kommentierte den Bericht nicht.

Möglicherweise kommt es aber nicht ganz so schlimm. Zumindest das Geschäft der börsennotierten Alba SE lief im ersten Halbjahr besser als ein Jahr zuvor – trotz weiter angespannter Lage auf dem Markt für Stahlschrott. Die Preise sind weiter gefallen. Das Kölner Unternehmen setzte deshalb mit 748,7 Millionen Euro deutlich weniger um als im Vorjahreszeitraum (876,7 Millionen Euro). Der Gewinn allerdings stieg von 4,8 auf 5,7 Millionen Euro. Und das Betriebsergebnis bewegte sich bei geringerem Umsatz leicht über Vorjahresniveau (21,5 zu 21,3 Millionen Euro).

Umbau des Unternehmens greift

Beim Unternehmen hieß es, der Umbau greife. Die Alba SE soll sich künftig vor allem auf Schrott- und Metallrecycling konzentrieren. Auch wird der Bereich immer mehr mit dem Entsorgungs- und Recyclingbereich der Konzernmutter Alba Group verzahnt. Axel Schweitzer, Chef von Alba SE und Co-Chef der Alba Group, sieht das Unternehmen denn auch auf dem richtigen Weg. Der Bereich Stahl- und Metallrecycling hatte 2013 noch 10,8 Millionen Euro Verlust vor Steuern ausgewiesen. Jetzt sind es 0,6 Millionen Euro Gewinn. Gleichzeitig schwächelte aber der Dienstleistungsbereich: Der Gewinn vor Steuern schrumpfte von 16,5 auf 8,5 Millionen Euro.

Alba SE beschäftigte 2013 im Schnitt 1857 Mitarbeiter, die Alba Group insgesamt mehr als 8000. Mitgezählt sind Firmen, in denen Alba das Geschäft steuert, aber nur einen Minderheitsanteil besitzt. Eric Schweitzer ist seit Jahren ehrenamtlicher Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer, seit März 2013 auch Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Axel Schweitzer engagiert sich beim Basketballverein Alba, dessen Hauptsponsor das Unternehmen ist.