Die Karstadt-Geschäftsführerin Eva-Lotta Sjöstedt verlässt Karstadt mit sofortiger Wirkung. Dies teilten Sjöstedt und die Kaufhauskette am Montag in einer gemeinsamen Erklärung in Essen mit. Sie habe nicht die nötige Unterstützung durch den Eigentümer von Karstadt, Nicolas Berggruen, erhalten, um ihre Strategie für die angeschlagene Warenhauskette umzusetzen, erklärte die Schwedin.
Sjöstedt hatte ihr Amt am 24. Februar 2014 angetreten. Ihre Amtszeit währte damit nur knapp fünf Monate. Sjöstedt war mit viel Vorschusslorbeeren im Februar gestartet. Die ehemalige Ikea-Managerin bringe „viel Kompetenz für den zukünftigen Weg von Karstadt“ mit, hatte der Aufsichtsrat bei der Verkündung der Personalie im Dezember verkündet.
Karstadt zitierte Sjöstedt in einer Erklärung, sie habe sich auch deshalb für den Posten entscheiden, weil die Berggruen Holding „die volle Unterstützung für meine Strategie und meine Investitionspläne für die 83 Warenhäuser zugesagt“ habe. Nun habe sie jedoch feststellen müssen, dass die Voraussetzungen für den von ihr angestrebten Weg nicht mehr gegeben seien.
Das Unternehmen teilte weiterhin mit, es bedauere die Entscheidung von Frau Sjöstedt sehr, müsse sie aber akzeptieren.
Zunächst wird die Karstadt Warenhaus GmbH nun von Finanzchef Miguel Müllenbach und Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz weitergeführt. Die Organisation der Geschäftsführung werde man zeitnah anpassen, erklärte der Vorsitzende des Aufsichtsrates Stephan Fanderl.
„Dieser Schritt kommt für uns überraschend und in sehr schwierigen Zeiten für die Karstadt Warenhaus GmbH. Unser Ziel ist es jetzt, mit dem erfahrenen Management die Sanierung von Karstadt entschlossen und unverzüglich anzugehen. In der gegenwärtigen Situation dürfen wir uns durch personelle Veränderungen nicht bremsen lassen. Unsere Kunden verlassen sich darauf, dass wir uns mit voller Kraft auf unser Geschäft konzentrieren“, so Fanderl weiter.
dpa/alu

