Billigmode

Eingenähte Hilferufe kratzen am Image von Primark

Kunden des irischen Mode-Discounters Primark haben in ihrer Kleidung offenbar eingenähte Zettel mit Hilferufen von Textilarbeitern gefunden. Die Rede ist von unmenschlichen Arbeitsbedingungen.

Foto: pa/dpa

Die irische Billigmode-Kette Primark ist erneut wegen der Arbeitsbedingungen bei der Herstellung ihrer Produkte in die Kritik geraten. Eine Primark-Kundin aus Belfast in Nordirland hatte erklärt, in einem der Geschäfte der Kette gekauften Hose sei ein Zettel eingenäht gewesen, versehen mit der in asiatischen Schriftzeichen verfassten Beschwerde eines Textilarbeiters, wie die BBC am Mittwoch berichtete.

In der Notiz berichtete der Schreiber, er und seine Kollegen müssten „wie Ochsen“ arbeiten. Das Essen, das ihnen zur Verfügung gestellt werde, wäre für Tiere ungenießbar.

Darüber hätten in lateinischer Schrift die Worte „SOS! SOS! SOS!“ gestanden. Die Nachricht war in den Gefangenenausweis eines chinesischen Gefängnisses eingelegt.

Dritter Vorwurf innerhalb weniger Tage

Der Vorwurf ist der dritte gegen Primark innerhalb weniger Tage, wie mehrere britische Medien am Mittwoch gleichlautend berichteten. Vor kurzem war im walisischen Swansea ein eingenähter Zettel in einem Kleid aufgetaucht, der die Aufschrift trug: „...forced to work exhausting hours“ (etwa: ...zur Arbeit bis zur Erschöpfung gezwungen“).

Eine weitere Primark-Kundin hatten einen Zettel mit der Aufschrift „degrading sweatshop conditions“ („erniedrigende Bedingungen in einer Textilfabrik“) in ihrem Kleid vorgefunden.

Primark kündigte der BBC gegenüber eine Untersuchung der Vorfälle an. Das Unternehmen war bereits in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass Primark Kleidung in der Fabrik in Bangladesch hatte fertigen lassen, deren Gebäude im April 2013 eingestürzt war und mehr als 1100 Billigarbeiter unter sich begraben hatte.