Fluglinie

Air Berlin plant offenbar Zweiteilung des Fluggeschäfts

Deutschlands zweitgrößte Airline steht wohl kurz davor, das Geschäft in eine Sparte für touristische Ziele und eine für klassische Linienflüge aufzuteilen. Air Berlin spricht von „Neustrukturierung“.

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Air Berlin soll angeblich in zwei Teile aufgespalten werden. Innerhalb des Managements der Fluggesellschaft gebe es offenbar Pläne, das Geschäft in eine Sparte für touristische Ziele und eine für klassische Linienflüge aufzuteilen, wie das Magazin „Focus“ berichtete. Detlef Altmann, Senior Vice President von Air Berlin, soll vor Reisefachleuten davon gesprochen haben, dass das Management eine solche Möglichkeit prüfen wolle. Darüber, wann Altmann dies gesagt hat, machte das Magazin keine Angaben.

Air Berlin, nach Lufthansa die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands, wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. „Nach der im zweiten Quartal erfolgreich durchgeführten Rekapitalisierung wird Air Berlin nun eine Neustrukturierung angehen“, sagte eine Sprecherin lediglich. „Wir arbeiten derzeit daran und werden zu gegebener Zeit darüber informieren.“

Die angeschlagene Fluggesellschaft überprüft nach einschneidenden Sparmaßnahmen jetzt ihr Geschäftsmodell. Das Management arbeitet daran, das Unternehmen neu zu strukturieren. Im ersten Quartal schrieb Air Berlin mit einem Nettoverlust von 210 Millionen Euro erneut tiefrote Zahlen. Erst im April hatte die arabische Fluglinie Etihad, Großaktionärin bei Air Berlin, eine neue Finanzspritze zugesichert und damit die Zeit für die Sanierung verlängert. Etihad hält rund 30 Prozent der Air-Berlin-Anteile. Die Araber hatten den Berlinern bereits mehrfach mit frischem Geld ausgeholfen.

Analysten bemängeln, dass die Fluggesellschaft aus Berlin in zu vielen Geschäftsfeldern gleichzeitig unterwegs ist: im Tourismusmarkt, als Billiganbieter, im Langstreckenverkehr und als Zubringer für das Flugnetz von Etihad.