Flughafen Tempelhof

Volkswagen zeigt in Berlin seine Elektro-Modelle

Europas größter Autobauer Volkswagen präsentierte seine Bilanz für 2013 vor ungewohnter Kulisse. Die Wolfsburger hatten sich den Ex-Flughafen Berlin-Tempelhof ausgesucht.

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Volkswagen hat am Donnerstag seinen Geschäftsbericht auf dem Ex-Flughafen Berlin-Tempelhof präsentiert und dort zwei Hangars hergerichtet. Journalisten und Analysten erfuhren dort Details zur Bilanz und konnten die Elektrowagen-Flotte des Unternehmens besichtigen.

Europas größter Autobauer will bereits 2014 mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen. „Die Chancen stehen gut, dass wir die Marke der zehn Millionen Auslieferungen sogar schon in diesem Jahr übertreffen“, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn am Donnerstag zur Bilanzvorlage in Berlin. Nach dem Bestwert von 9,73 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Jahr müssten die Wolfsburger für den Sprung über die 10-Millionen-Hürde mindestens rund 3 Prozent Absatzzuwachs verzeichnen. 2013 hatte ein Plus 4,9 Prozent gebracht.

Ende Februar hatte VW für das laufende Jahr eine „moderate“ Verbesserung in Aussicht gestellt. Mit mehr als zehn Millionen Fahrzeugen hätte der Konzern 2014 bereits eines seiner Ziele für das Jahr 2018 erreicht.

Winterkorn kündigte zwar für dieses und das nächste Jahr mehr als 100 neue Modelle, Varianten und Produktaufwertungen an, um die Auslieferungen weiter zu steigern. Zugleich machte er aber klar, dass das Rennen um die Krone in der Automobilbranche für ihn nicht mehr im Vordergrund stehe. Vielmehr wolle der Konzern mehr auf die Qualität des Ergebnisses und seiner Fahrzeuge achten.

2014 sowohl Rückgänge als auch Zuwächse denkbar

Zuversichtlich zeigte sich Winterkorn bei der Prognose für die Finanzkennzahlen. Für das operative Ergebnis und den Umsatz wies der Konzern bereits Ende Februar – anders als zuletzt – nur einen Korridor aus. Demnach sind 2014 sowohl Rückgänge als auch Zuwächse denkbar. Der VW-Chef ließ nun am Donnerstag durchblicken, dass eher das obere Ende der Spanne angepeilt sei: „Der Volkswagen-Konzern hat sich noch nie damit begnügt, nur das Minimalergebnis zu erreichen.“

Mit dem in Berlin vorgelegten Geschäftsbericht sind nun auch die China-Ergebnisse des Konzerns öffentlich. Der weltgrößte Automarkt wird für die Wolfsburger immer mehr zum entscheidenden Goldesel. 2013 verdiente der Konzern mit dem dortigen Geschäft 4,3 Milliarden Euro – ein Plus von fast 17 Prozent verglichen mit 2012.

Im Rest der Welt verdienten die Wolfsburger vergangenes Jahr vor Zinsen und Steuern (Ebit) 11,67 Milliarden Euro – demnach sorgt allein China für über ein Drittel des Gewinns, den VW in allen anderen Märkten zusammen macht. Weil ausländische Hersteller ihre Autos in China nur mit lokalen Partnern in Gemeinschaftsunternehmen bauen und verkaufen dürfen, weisen sie den dortigen anteiligen Gewinn getrennt aus.

15 Millionen Euro für Winterkorn

Für Winterkorn lohnte sich das VW-Erfolgsjahr 2013 auch finanziell. Der Konzern belohnt ihn mit 15 Millionen Euro Vergütung. Die Summe liegt rund eine halbe Million Euro oder gut drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Insgesamt erhalten die neun VW-Vorstände 64,1 Millionen Euro – ein Plus von gut 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert.

Die Vorstands-Saläre setzen sich aus drei Säulen zusammen: zwei hängen vom Erfolg ab, die dritte ist eine Art fixes Grundgehalt. Der VW-Aufsichtsrat hatte vor einem Jahr die erfolgsabhängigen Bonuszahlungen gekappt. Zuvor hatte Winterkorn für das Jahr 2012 rund 17,5 Millionen Euro bekommen.

Elektro-Pläne der Volkswagen-Flotte

In Berlin zeigt Volkswagen von diesem Freitag (14. März 2014) auf dem Tempelhof-Gelände an die Palette seiner Elektro-Modellversionen bei der Pkw-Kernmarke mit VW-Logo. Zu sehen sind beispielsweise der E-Up und der E-Golf. Sie sind rein batteriebetrieben – tanken also nur noch Strom – und kosten in etwa doppelt so viel wie die günstigsten Versionen mit Verbrenner.

In Berlin ist zudem der futuristische Flitzer XL1 zu sehen. Er läuft mit Mini-Diesel und Batterie, schluckt rechnerisch nur noch einen Liter auf 100 Kilometer – läuft aber bisher auch nur in Kleinstserie. Deutschland-Premiere feiert der Golf GTE. Er zählt zu den sogenannten Plug-In-Hybriden. Gemeint sind damit Autos, die Verbrennungsmotoren mit Batteriekraft verbinden und über die Steckdose aufladbar sind.

Am Besucherwochenende vom 14. bis 16. März 2014 ist das Veranstaltungsgelände zusätzlich tagsüber von 10 bis 18 Uhr für jeden geöffnet. Der Eintritt für das Tagesprogramm ist frei.