In Niedersachsen ist mit einem hochgefährlichen Pilz-Gift verseuchter Mais zu landwirtschaftlichem Tierfutter verarbeitet worden.
Wie das Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium am Freitag in Hannover mitteilte, gelangten rund 10.000 Tonnen der aus Serbien stammenden Lieferung in die Produktion und wurden vermischt mit anderen Futtermitteln an 3560 Betriebe mit Rindern, Schweinen und Geflügel in Niedersachsen verteilt.
45.000 Tonnen seien über den niedersächsischen Hafen Brake importiert worden, berichtete das Ministerium. 10.000 Tonnen seien in Brake, 25.000 Tonnen in einer Lagerhalle in Bremen gesperrt worden.
Auch 14 Betriebe in Nordrhein-Westfalen seien mit der Mischung beliefert worden, teilte die Behörde mit.
Grenzwerte nicht überschritten
Eine Gefährdung der Verbraucher durch mit dem natürlich vorkommenden Krebs erregenden Aflatoxin B1 belastete Milchprodukte sei aber „unwahrscheinlich“.
Schon geringe Höchstmengenüberschreitungen im Futtermittel könnten aber zum Beispiel zu einer kritischen Belastung von Rohmilch führen. Wenn Molkereien die Milch von verschiedenen Höfen abholen, wird sie den Angaben zufolge vermischt.
Bisher sei in Molkereien bei der für den Konsum aufbereiteten Milch jedoch keine Überschreitung von Grenzwerten bemerkt worden.
Auch bei Fleisch bestehe nach ersten Einschätzungen kein Risiko für den Verbraucher, betonte das Ministerium. Alle betroffenen Betriebe würden genau untersucht.
Das Schimmelpilzgift entstehe im Mais durch ungünstiges Wachstum oder durch falsche Lagerung, erläuterte Professor Michael Kühne vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.
Erhöhte Werte von Aflatoxin in der Milch waren bei der Kontrolle eines einzelnen Hofes aufgefallen. Die belastete Milch wurde entsorgt.
80 Millionen Tonnen Futter
Für die Tierhaltung in Deutschland stehen jährlich mehr als 80 Millionen Tonnen Futtermittel zur Verfügung. Der Großteil des Aufkommens – rund 71,7 Millionen Tonnen – wird im Inland erzeugt, wie aus jüngsten Daten des Bundeslandwirtschaftsministeriums für 2010/11 hervorgeht.
Importiert wurden zuletzt 8,7 Millionen Tonnen, darunter vor allem Soja und Getreide. Gemessen am Gesamtaufkommen in Deutschland sind verschiedene Getreidesorten mit gut 26 Millionen Tonnen das wichtigste Futtermittel. Jeweils rund 15 Millionen Tonnen entfallen auf Gras und Silage sowie auf Silomais.
dpa/AFP/epd/mim



