Eine schwedische Unternehmenssprecherin bestätigte der Nachrichtenagentur dpa den Verkaufsstopp der Fleischbällchen aus Hack. Gestern hatte es noch geheißen, für Deutschland sei kein Verkaufsstopp der Ware vorgesehen gewesen.

Den Angaben vom Vortag über Spuren von Pferdefleisch folgend, habe man die Klöße in insgesamt 24 Ländern aus dem Verkehr gezogen. Die meisten davon erhielten ihre Lieferungen ebenso wie die tschechische Ikea-Tochter von einem Betrieb im schwedischen Lidköping. Dazu gehöre Deutschland aber nicht, hieß es.

Bällchen im Restaurant und als TK-Ware verkauft

Ikea verkauft etwa in seinen Möbelhausrestaurants die Fleischbällchen-Gerichte. Zudem hat die Kette ihren Verkaufsschlager auch als Tiefkühlkost im Angebot, die zu Hause zubereitet werden kann.

Die Fleischbällchen werden von der Firma Familjen Dafgard hergestellt. Das schwedische Unternehmen erklärte auf seiner Website, die Lage werde geprüft. Die Ergebnisse weiterer Tests würden in den kommenden Tagen erwartet.

Pferdefleisch wurde erstmals Mitte Januar in Rindfleischprodukten in Irland entdeckt. Inzwischen sind zahlreiche europäische Länder betroffen. Die Kontrollen wurden auf einen Beschluss der EU-Staaten hin in allen Staaten vorgenommen.

Verschärfung der Kennzeichnungspflicht

Die EU-Kommission hat außerdem angekündigt, im Herbst Vorschläge für eine Verschärfung der Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln vorzulegen. Darüber hatten am Montag in Brüssel auch die EU-Agrarminister beraten. Bisher ist eine Herkunftsbezeichnung nur für Frischfleisch vorgeschrieben. Sie soll nun auf verarbeitete Fleischwaren ausgeweitet werden.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner forderte, die Arbeit zu beschleunigen und schon im Sommer Vorschläge zu machen. "Für mich ist klar, dass die Kennzeichnung für alle Fleischarten gelten und das Land der Aufzucht auf der Verpackung stehen muss", sagte Aigner.

Rewe will nur noch deutsches Rindfleisch verwenden

Der Handelskonzern Rewe will angesichts des Skandals künftig nur noch deutsches Rindfleisch für die Herstellung seiner Eigenmarken verwenden. "Wir tragen eine besondere Verantwortung für unsere Eigenmarken, zu der wir stehen", erklärte der Einkaufsvorstand von Rewe, Manfred Esser. Zur Unternehmensgruppe gehören die Supermarktketten Rewe und Penny.

Mit der Umstellung werde sofort bei den Produkten begonnen, die Rewe wegen des Pferdefleischskandals aus den Regalen genommen hatte. Das waren "Rewe Chili con Carne" und "Rewe Spaghetti Bolognese".

Neben diesen Eigenmarken-Produkten nahm Rewe auch Produkte der Marke Tulip aus dem Verkauf. Die Produzenten konnten Rewe zufolge nicht ausschließen, dass diese Produkte Anteile von Pferdefleisch enthalten.

dpa/Reuters/AFP/anni