Deutsche Bahn

„Stuttgart 21“ wird 1,1 Milliarden Euro teurer

Das Milliardenprojekt wird die Bahn deutlich mehr kosten. Bund und Land wollten sich bisher nicht an zusätzlichen Ausgaben beteiligen.

Foto: Daniel Maurer / dapd

Die Deutsche Bahn veranschlagt die Mehrausgaben für das umstrittene Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ auf voraussichtlich 1,1 Milliarden Euro. Das sagte Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung in Berlin. Hinzu kämen Risiken von mehreren hundert Millionen Euro durch externe Faktoren. Dem Aufsichtsrat sei vorgeschlagen worden, die direkten Mehrkosten zu übernehmen.

Bisher war eine Obergrenze von maximal 4,5 Milliarden Euro angepeilt worden. Nun erhöhe sich der Finanzrahmen auf 5,626 Milliarden Euro. „Alle identifizierbaren Mehrkosten“ seien dadurch abgedeckt, externe Einflussfaktoren könnten aber weitere Kostenrisiken bergen, fügte Kefer hinzu. Kritiker des Neubaus gehen inzwischen von Gesamtkosten zwischen sechs und zehn Milliarden Euro aus.

Bund und Land wollen Mehrkosten nicht tragen

An dem umstrittenen Projekt beteiligen sich neben der Bahn noch der Bund, das Land Baden-Württemberg, Stadt und Region Stuttgart sowie der Stuttgarter Flughafen. Projektgegner hatten wegen der drohenden Mehrkosten den Abbruch der Bauarbeiten gefordert. Der Bund und das Land Baden-Württemberg hatten bereits klargemacht, dass sie sich nicht an Mehrkosten beteiligen werden.

Bahnchef Rüdiger Grube will trotzdem an dem neuen Bahnknoten festhalten. „Wir stehen zu "Stuttgart 21", wir werden diesen Bahnhof bauen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Dienstag. Als einen Grund für die Kostensteigerung nannte Grube die Verzögerungen durch Proteste und Schlichtung in Stuttgart.