Die geplante Megafusion von EADS und BAE Systems zu einem neuen Luftfahrt- und Rüstungskonzern ist geplatzt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Verhandlungsteilnehmern. Danach konnten sich Frankreich und Großbritannien nicht über die Modalitäten des Zusammengehens einigen.

Zuvor hatte es massive Bedenken in der Politik gegen eine Fusion der beiden Konzerne zum weltgrößten Branchenunternehmen gegeben. Hauptstreitpunkt war der staatliche Einfluss, den sich Deutschland und Frankreich sichern wollten. Beide Länder sind auch maßgeblich an EADS beteiligt. Der britische Verteidigungsminister Philip Hammond wollte den Einfluss der beiden Staaten auf den neuen Konzern begrenzen. Kritik an der geplanten Rüstungsehe war zuletzt aber auch vom privaten BAE-Großaktionär Invesco Perpetual gekommen.

Großer Arbeitgeber in Deutschland

Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS beschäftigt in Deutschland mehr als 49.000 Mitarbeiter. Im gesamten Konzern, der vom deutschen Anteilseigner Daimler und den Franzosen dominiert wird, sind es mehr als 133.000 Mitarbeiter.

Der Airbus-Hersteller ist neben Boeing der größte Hersteller von Verkehrsflugzeugen und ein gewichtiger Anbieter von Militärflugzeugen wie der A400M. Airbus hat in Deutschland mit den Standorten Hamburg, Bremen, Stade und Buxtehude rund 20.000 Mitarbeiter.

Weitere 12.000 Mitarbeiter sind in der EADS-Rüstungssparte Cassidian in Deutschland tätig – in Manching bei Ingolstadt, wo der Eurofighter gebaut und mit anderen Militärflugzeugen gewartet wird, in Ulm und in Friedrichshafen. Die Cassidian-Zentrale ist im Münchner Vorort Unterschleißheim.

Eurocopter ist Weltmarktführer beim Bau ziviler Hubschrauber und beschäftigt im bayerischen Donauwörth, in Ottobrunn bei München und in Kassel 5500 Mitarbeiter. Die Raumfahrt-Sparte Astrium schließlich stellt mit 4600 Beschäftigten in Bremen, Friedrichshafen, Lampoldshausen, Ottobrunn und Trauen Satelliten und Trägerraketen her. In Ottobrunn ist auch ein großes Forschungszentrum und ein Teil der EADS-Konzernzentrale.

EADS hat im vergangenen Jahr 49 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet und eine Milliarde Euro Gewinn gemacht.

dpa/mim