Lufthansa-Streik

Gewerkschaft stellt Passagiere wieder auf Geduldsprobe

Klar ist nur eins: Die Lufthansa-Flugbegleiter werden am Dienstag ihren Streik ausweiten. Wie, wann und wo ist unklar.

Foto: DPA

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat Lufthansa-Passagiere am Montag erneut auf eine Geduldsprobe gestellt. Sie kündigte zwar eine Ausweitung ihres Streiks für Dienstag an, ließ aber offen, wo und wann genau die Flugzeuge am Boden bleiben sollten. Die Lufthansa reagierte auf die Ankündigung lediglich mit der Aussage, sie werde kein neues Angebot vorlegen.

Das Unternehmen hat bisher 3,5 Prozent mehr Lohn bei Ausweitung der Arbeitszeit geboten. Ufo fordert ein Plus von 5 Prozent und den Verzicht auf die Auslagerung der Arbeit in Teilzeitfirmen.

Ufo hatte am Sonntagabend auf ihrer Internetseite mitgeteilt, der Dienstag werde „sicherlich ausgeweitete Streiks in Bezug auf Orte und Zeiten beinhalten“. Ufo-Vorsitzender Nicoley Baublies sprach von „sehr geringen Chancen“ für eine baldige Rückkehr an den Verhandlungstisch. Seit Beginn des Arbeitskampfes in der vergangenen Woche habe sich die Lufthansa nicht gemeldet, sagte er. Wo die Flugbegleiter am Dienstag streiken wollen, sei noch offen. Der Vorstand der Gewerkschaft habe sich noch nicht auf einen Ort geeinigt. Ufo will sechs Stunden vorher ankündigen, welche Flughäfen bestreikt werden.

Die Lufthansa habe ihre Möglichkeiten über- und die Streikbeteiligung unterschätzt, erklärte Baublies. Da die Luftfahrtgesellschaft nicht in der Lage gewesen sei, am Freitag den Sonderflugplan aufrecht zu erhalten, „bleibt zu vermuten, dass dies am Dienstag auch nicht klappen dürfte“. Am Freitag waren auf Deutschlands größten Airport bei einer achtstündigen Arbeitsniederlegung rund 200 Lufthansa-Flüge ausgefallen. Tausende Passagiere saßen fest.

Ufo verlangt fünf Prozent mehr Geld für die rund 19.000 Flugbegleiter in Diensten von Deutschlands größter Airline. Vor allem widersetzt sich die Gewerkschaft dem Einsatz von Leiharbeitern und der angeblich geplanten Auslagerung von Personal in eine Billigfluglinie.

Lufthansa bietet Passagieren wegen Streik Gratis-Umbuchungen an

Lufthansa -Passagiere können wegen des Flugbegleiter-Streiks am Dienstag kostenlos ihre Flüge auf einen anderen Tag verschieben. Flüge bis zum 4. September könnten derzeit ohne Zusatzgebühren umgebucht werden, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Montag. Daneben habe die Airline begonnen, sich für den neuerlichen Ausstand zu rüsten. Details wollte er nicht nennen, um der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo keinen Einblick in die Vorbereitungen zu geben. „Die Kurzfristigkeit der Ankündigung limitiert unsere Reaktionszeit enorm“, räumte der Lufthansa-Sprecher ein. Bei Deutschlands größter Fluglinie arbeiten 18.000 Stewards und Stewardessen. Die Fluglinie informiert die Passagiere im Internet über die aktuellen Entwicklungen.

Insgesamt sind die Möglichkeiten der Lufthansa nicht nur wegen der kurzen Vorwarnzeit begrenzt. Ersatzcrews stehen kaum bereit und Tochter-Airlines wie Germanwings, die nicht bestreikt werden, haben nicht genug freie Plätze, um Tausende Lufthansa-Kunden aufzunehmen. Das zeigte sich bereits am ersten Streiktag – statt wie angepeilt 64 musste die Lufthansa 190 Verbindungen annullieren. 26.000 Passagiere saßen fest, die Kosten dafür gehen nach Konzernangaben in die Millionen.