Tarifkonflikt

Streik zum Ferienende bei der Lufthansa

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Die Verhandlungen zwischen der Lufthansa und den Flugbegleitern sind gescheitert. Zum Ende der Hauptreisezeit wird nun gestreikt.

Bei der Lufthansa gibt es zum Ende der Ferienzeit einen Streik des Kabinenpersonals. „Wir sind ab heute im Arbeitskampf mit der Lufthansa“, teilte die Gewerkschaft UFO am Dienstag in Frankfurt mit. Allerdings seien für den heutigen Dienstag noch keine Streikaktion geplant.

Die Gewerkschaft bereite unbefristete und flächendeckende Arbeitsniederlegungen vor, hieß es. Zunächst sollten die Stewards und Stewardessen in den nächsten Wochen „örtlich und zeitlich begrenzt“ die Arbeit niederlegen, um ihre Tarifforderungen durchzusetzen. Ufo werde die Streiks - wenn überhaupt – erst wenige Stunden vorher ankündigen.

Die Tarifverhandlungen um Gehälter und den Sparkurs der Lufthansa waren in der Nacht gescheitert. Der Streik dürfte Deutschlands größte Fluggesellschaft empfindlich treffen, da die Gewerkschaft schlagkräftig ist – in der Branche wird geschätzt, das zwei von drei der 19.000 Flugbegleiter Mitglied sind.

Die Mitglieder haben bereits vor Wochen in einer Urabstimmung eindeutig für einen möglichen Arbeitskampf votiert. Eine erneute Abstimmung war daher nicht notwendig. Die Mitglieder hätten nur zu einem positiven Verhandlungsergebnis erneut befragt werden müssen.

Ein Streik würde den Flugverkehr massiv behindern. Die Lufthansa hat bereits Notfallpläne in der Schublade, die sie in Kürze vorstellen will.

Bisher kein großer Streik

Bis auf kleinere Warnstreikaktionen im Jahr 2009 haben die Stewards und Stewardessen der Lufthansa noch nie gestreikt. Der neue Gewerkschaftschef Nicoley Baublies hat bereits eine Taktik der Nadelstiche angekündigt, bei der mit zeitlich begrenzten Aktionen an einzelnen Stationen der Flugplan nachhaltig durcheinandergebracht werden könne.

Die Flugbegleiter hatten neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit an Bord von Lufthansa-Maschinen verlangt. Sie wollten zudem die Verlagerung von Arbeitsplätzen in die angestrebte Direktflugtochter mit damit verbundenen Einkommenseinbußen verhindern und das bisherige Tarifstufensystem weitgehend beibehalten.

Lufthansa will drastisch sparen

Dieses System mit fortwährenden Hochstufungen nach dem Senioritätsprinzip will Lufthansa nicht mehr akzeptieren. Europas größte Fluggesellschaft sieht sich wegen des starken Wettbewerbs und anstehender Milliarden-Investitionen zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen. Eine wichtige Stellschraube im 1,5 Milliarden Euro schweren Sparprogramm „Score“ sind dabei die im Vergleich zum Wettbewerb sehr hohen Personalkosten.

Lufthansa hat bereits den Abbau von 3500 Stellen in der Verwaltung angekündigt, will in der Kabine aber ohne Kündigungen auskommen. Stattdessen sollen die Tochter germanwings und die europäischen Direktverkehre in einer neuen Einheit zusammengefasst werden, in der unter dem Lufthansa-Tarif gezahlt werden soll. UFO befürchtet die Verlagerung von rund 2000 Arbeitsplätzen.

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