Der Energiekonzern Vattenfall Europe rechnet im Zuge der Energiewende mit stark steigenden Preisen für Endkunden. „Die Stromrechnung für Privatkunden wird 2020 wahrscheinlich 30 Prozent höher sein als heute“, sagte Vorstandschef Tuomo Hatakka der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). „Der Großhandelspreis wird allerdings nicht signifikant steigen, denn es werden ja erhebliche Erzeugungskapazitäten zusätzlich geschaffen.“

Steigen würden hingegen weiterhin die Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien und die Kosten für den Ausbau und Betrieb der Netze.

Bei den Einkaufspreisen der Energieversorger an der Strombörse sind Steuern, Ökostrom-Umlage und andere Abgaben nicht einbezogen. Diese Posten machen 45 Prozent des Endpreises aus. Da Netzentgelte und die Förderung von Ökoenergien steigen, müssen Endverbraucher mit höheren Strompreisen rechnen.

Hatakka bekräftigte zudem, notfalls auf Schadenersatz wegen des Atomausstiegs zu klagen. „Wenn es für eine angemessene Entschädigung notwendig ist, dann werden auch wir Klage erheben.“ Er erwarte eine faire Kompensation für den Schaden.

Für im Zuge des Atomausstiegs erlittene Schäden erwarte sein Unternehmen eine faire Entschädigung, sagte Hatakka.

Schon in den vergangenen Jahren ist Strom deutlich teurer geworden: Heute zahlen Verbraucher über 40 Prozent mehr als noch 2005. Im Vergleich dazu dürften die Preise nach Einschätzung von Vattenfall also künftig langsamer steigen.

AFP/dapd/dpa/nbo