Der Gesundheitsstandort Berlin bekommt mit dem geplanten Zusammenschluss der Klinikkonzerne Helios und Rhön-Klinikum Zuwachs.

Der Chef der zum Medizinkonzern Fresenius gehörenden Krankenhaus-Tochter Helios, Francesco De Meo, will aus der Fusion mit den Rhön-Kliniken Größenvorteile ziehen. Er bezifferte den Marktanteil beider Klinik-Gruppen in Deutschland nach der geplanten Übernahme von Rhön durch Fresenius auf acht Prozent. Es würde ein Krankenhauskonzern mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro und etwa 80.000 Beschäftigten entstehen. „Der Sitz des gemeinsamen Unternehmens wird der bisherige Firmensitz von Helios in Berlin sein“, sagte Francesco De Meo.

„Der Gesamtmarkt für Akutkrankenhäuser in Deutschland hat ein Volumen von 77 Milliarden Euro und beide Unternehmen zusammen bringen es auf einen Anteil von acht Prozent.“ Insgesamt umfasse der Krankenhausmarkt in Deutschland rund 2000 Kliniken, erklärte De Meo.

Mit der Übernahme würden die Stärken von Helios und Rhön zusammengebracht: „Wir schaffen ein gemeinsames Unternehmen, durch das wir zusammen mit den Krankenkassen und niedergelassenen Ärzten neue Versorgungsmodelle flächendeckend entwickeln können; eine Strategie, die Herr Münch schon länger befürwortet.“ Rhön-Gründer Eugen Münch, der gemeinsam mit seiner Frau 12,45 Prozent an der Rhön-Klinikum AG hält, ist laut Mitteilung mit der Transaktion, die am Donnerstag von Fresenius angekündigt wurde, einverstanden und will die Annahme auch den übrigen Aktionären empfehlen. Von deren Zustimmung und vom Bundeskartellamt hängt die Übernahme noch ab.

Es gebe wenig Überschneidungen, sagte De Meo. „Wenn Sie die Karten von Helios und Rhön übereinanderlegen, dann werden sie feststellen, dass sich vieles ergänzt. Wir haben allerdings in Thüringen eine Zusammenballung, die so vielleicht ein Problem ist.“ Es müsse daher geprüft werden, wie die Patientenströme im Umkreis von 30 Kilometer seien, um kartellrechtliche Einwände zu vermeiden. „Ich halte es für wichtig, Anfragen des Kartellamtes schnellstmöglich zu behandeln, um die Sachverhalte zügig zu klären.“

Befürchtungen wegen Stellenstreichungen trat De Meo entgegen: „Ich habe Verständnis für die Befürchtungen von Verdi. Sie sind aber unbegründet, da wir Tarifverträge haben und oft über dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlen.“ Zudem sei es zu früh, um über Stellenkürzungen zu sprechen.

Zur Helios-Gruppe gehören derzeit 75 Kliniken in Deutschland mit mehr als 23 000 Betten. Die Fresenius-Tochter erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro. Bei Helios arbeiten mehr als 43 000 Mitarbeiter.

Auch Rhön ist einer der größten Klinikbetreiber in Deutschland. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro und einen Konzerngewinn von 161 Millionen Euro. Zur Rhön-Klinikum AG gehören 53 Kliniken mit rund 16.000 Betten sowie 39 Medizinische Versorgungszentren.

dpa/sei